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Lupe Filmorchester vor Rückkehr nach Babelsberg

Ab Dezember spielt das Filmorchester Babelsberg wieder in seinem alten Studio. 17 Jahre Berliner «Exil» des letzten auf Filmmusik spezialisierten Orchesters in Westeuropa gehen damit zu Ende.

Das Deutsche Filmorchester Babelsberg wird nach Jahren des «Exils» schon bald in sein altes Studio in Babelsberg zurückkehren. Für den 27. Dezember sei dort die erste Einspielung geplant, sagte Intendant Klaus-Peter Beyer am Montag. Dann soll erstmals wieder Filmmusik aus jenem Studio erklingen, in dem das heute in Westeuropa einzigartige Orchester zwischen 1930 und 1990 arbeitete.

Nach den Anfängen als Begleitung für große Ufa-Stummfilme um 1930 untermalten die Musiker auch die ersten Tonfilme. Zu DDR-Zeiten firmierte der Klangkörper als Defa- Filmorchester, bevor er nach dem Mauerfall im Zuge der Privatisierung des Babelsberger Studiogeländes bei der Brandenburgischen Philharmonie «zwischengeparkt» wurde, wie es Beyer beschreibt.
Finanzspritze macht den Traum wahr
Um eine Auflösung zu vermeiden, gründete er das Ensemble 1993 unter dem Namen Deutsches Filmorchester Babelsberg neu. In den vergangenen Jahren waren die vielbeschäftigten Musiker im einstigen DDR-Funkhaus in der Berliner Nalepastraße untergebracht – den Traum von einer Rückkehr nach Babelsberg gaben sie aber nie auf. Der Umzug wurde dank einer Finanzspritze über 1,5 Millionen Euro von Bund und EU möglich. Das Geld fließt vor allem in die Installation der Technik für die rund 65 Musiker.

Während in dem Potsdamer Studio noch kräftig gewerkelt wird, kann das Orchester nicht über mangelnde Aufträge klagen: Die Vertonung des TV-Films um den Untergang des Flüchtlingsschiffes «Wilhelm Gustloff» im Januar 1945, eine Fernseh-Gala mit Tenor José Carreras und Auftritte in der Komischen Oper Berlin stehen bis Weihnachten auf dem Programm. Die offizielle «Umzugsfeier» soll im Februar 2008 während der Berlinale stattfinden. (dpa)