netzeitung.de«Ilsebill salzte nach» ist schönster Buchbeginn

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Der «schönste erste Satz» in der deutschen Literatur ist von Günter Grass: Eine Jury wählte den Auftakt seines Romans «Der Butt». Auf den Plätzen folgen Franz Kafka und Siegfried Lenz.

«Ilsebill salzte nach» ist der schönste Anfangssatz in der deutschsprachigen Prosa. Die Mainzer Stiftung Lesen und die Initiative Deutsche Sprache haben am Dienstag den Beginn des Romans «Der Butt» von Literaturnobelpreisträger Günter Grass zum Sieger eines Wettbewerbes erklärt. 17.000 Einsendungen mit Vorschlägen waren bei den Veranstaltern eingegangen.

Die Leser sollten denjenigen Romantitel vorzuschlagen, dessen erster Satz sie «besonders bezauberte, beeindruckte oder neugierig machte». Eine Jury, der die Autorin Elke Heidenreich und die Vorsitzende des Goethe-Instituts, Jutta Limbach, angehörten, wählte aus den Einsendungen die prägnantesten Begründungen.
«Als Gregor Samsa...»
Der zweitschönste Anfang findet sich demnach in Franz Kafkas Erzählung «Die Verwandlung»: «Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.» Platz drei ging an Siegfried Lenz für die Erzählung «Der Leseteufel» mit dem ersten Satz: «Hamilkar Schaß, mein Großvater, ein Herrchen von, sagen wir mal, einundsiebzig Jahren, hatte sich gerade das Lesen beigebracht, als die Sache losging.»

Für den besten Auftakt eines Jugendbuches wurde Janoschs Erzählung «Lari Fari Mogelzahn» geehrt: «In der Mottengasse elf, oben unter dem Dach hinter dem siebten Balken in dem Haus, wo der alte Eisenbahnsignalvorsteher Herr Gleisenagel wohnt, steht eine sehr geheimnisvolle Kiste.»

Die Sieger werden am Dienstagabend in der Frankfurter Alten Oper ausgezeichnet. Neben jeweils drei Preisen für Erwachsene und Kinder/Jugendliche wurden noch drei Sonderpreise an Schulen vergeben. (epd/dpa/nz)