25.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Potter-Fans wird es auch nach der Veröffentlichung des letzten Bandes geben
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das von JK Rowling erschaffene Universum des Harry Potter wird auch nach dem letzten Band nicht in Vergessenheit geraten, sagt ein Experte. Es werde noch lange Fanclubs geben - auch wenn der Hype abflaue.
Die Welt des Harry Potter wird auch nach dem Erscheinen des letzten Bandes nicht untergehen. Da ist sich der Berliner Soziologen Mike S. Schäfer von der Freien Universität Berlin ganz sicher. Zwar werde der Hype langsam abklingen, doch er rechne damit, dass einige Fanclubs bestehen bleiben. «Das Attraktive an Harry Potter ist, dass er eine eigenständige Parallelwelt schafft.» Schäfer verwies darauf, dass Fans sich sogar vorgenommen hätten, mit einem achten Band die Zauber-Saga fortzuschreiben.
«Für Jugendliche ist Harry Potter eine Orientierungsmöglichkeit», erläuterte Schäfer. «Er hat all die Probleme, die Jugendliche auch haben.» Der Zauberlehrling müsse sich an seine Schule gewöhnen, Freunde finden und er erlebe seine erste Liebe. Während sich viele Jugendliche vor allem stark mit Harry Potter identifizierten, mache für Erwachsene vor allem der Unterhaltungswert die Saga interessant.
Ausgelebt werde die Begeisterung für den jungen Magier sehr unterschiedlich. «Viele lesen nur die Bücher und sehen sich vielleicht den Film an», sagte der Soziologe. «Andere müssen die neuen Bücher unbedingt sofort haben und gehen bei der Filmpremiere verkleidet ins Kino.»
HysterieDie «Hysterie» um Harry Potter lässt sich nach Ansicht des Soziologen nicht allein mit der Qualität der Bücher erklären. «Es sind sehr gute Bücher, aber allein die Qualität kann die enormen Verkaufszahlen nicht erklären. So viel besser sind die Potter-Bände nicht als andere Bücher», sagte Schäfer. Ein Grund für den Hype sei die massive Vermarktung. «Außerdem lesen viele Harry Potter, weil sie einfach mitreden wollen. Nach dem ersten Buch kaufen sie häufig auch die anderen Bände.»
«Die Begeisterung für Harry Potter ist aber kein neues Phänomen», betonte der Wissenschaftler. Das sei beispielsweise auch schon bei J.R.R. Tolkiens «Der Herr der Ringe» und den Verfilmungen des Romans so gewesen. «Fans sind üblicherweise junge Menschen. Mit 30 Jahren hat sich das meist erledigt.» (dpa)