Akropolis-Schätze ziehen um
15.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der Umzug wird nach Angaben des Athener Kulturministeriums mehr als 2,5 Millionen Euro kosten und etwa drei Monate lang dauern. Die Aktion soll solange wie möglich im Mittelpunkt der Berichte im Fernsehen bleiben und immer wieder daran erinnern: 56 der 96 Platten des Frieses des wichtigsten Tempels auf der Akropolis, des Parthenon (Frauengemach), befinden sich bis heute im Britischen Museum in London.
London argumentierte seit Jahren, in Athen gebe es kein geignetes Museum für die Friesteile. «Jetzt gibt es eins. Jetzt können sie nicht mehr damit kommen», sagte Evgeneia Kalogeratou, eine Architektin im Athener Kulturministerium, der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Der britische Botschafter war anwesend beim ersten Transport. Er werde es seiner Regierung bestätigen, hieß es weiter.
Die Gemüter waren Ende der 90er Jahre erhitzt. Athen sprach von Kunstraub und warf London Kulturexpansionismus vor. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt. Athen spricht lediglich von der «Wiedervereinigung» der Friesteile. Diplomaten und Experten verhandeln hinter verschlossenen Türen. Obwohl das Britische Museum offiziell eine Rückgabe weiterhin ablehnt, finden nach übereinstimmenden Berichten der griechischen und britischen Presse seit Mai geheime Verhandlungen zwischen London und Athen statt.
«Nichts ist offiziell», hieß es in Athen am Montag auf Anfrage. Für den Fall, dass die Friesteile doch nicht wiedervereinigt werden, hat Athen bereits eine bittere Lösung parat: Der berühmte Parthenon-Fries soll im letzten Stockwerk des neuen Museums zwar komplett gezeigt werden. Die fehlenden Teile von London sollen jedoch dann nicht als Duplikate sondern nur als Hologramm hinter einem symbolischen Gitter zu sehen sein. (Takis Tsafos, dpa)

