netzeitung.deGemälde geküsst, vor Gericht gelandet

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US-Künstler Cy Twombly vor einem seiner Werke. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Künstler Cy Twombly vor einem seiner Werke.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sie küsste ein schneeweißes Gemälde mit knallrot geschminkten Lippen. Jetzt steht eine 30-Jährige vor Gericht und muss möglicherweise Schadenersatz in Millionenhöhe zahlen.

«Ganz spontan» habe es sie überkommen, sagte eine 30-jährige Frau dem Richter. Sie hatte ein schneeweißes Gemälde des US-Künstlers Cy Twombly mit ihren rotgeschminkten Lippen geküsst - und steht jetzt in Südfrankreich wegen Beschädigung eines Kunstwerks vor Gericht. «Ich stehe zu meiner Tat. Diese weiße Leinwand hat mich inspiriert», sagte die Frau nach Angaben des französischen Rundfunks.

Das sei «kein Liebesbeweis, sondern eine Vergewaltigung des Kunstwerks», sagte ein Sprecher der Sammlung Lambert in Avignon über die Tat, die sich im Juli ereignet hatte. Der Sachschaden wird auf zwei Millionen Euro geschätzt. Der Kuss könnte die Frau teuer zu stehen kommen. Der Künstler hat seine Schadenersatz-Forderung noch nicht genannt.

Um das Gemälde sachgerecht zu reinigen, mussten mehrere Kosmetikhersteller Firmengeheimnisse preisgeben. Sie teilten den Restauratoren die normalerweise streng geheimen chemischen Bestandteile ihrer Lippenstifte mit. (nz/dpa)