netzeitung.deMünchner Alt-Verleger Olzog gestorben

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Günter Olzog (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Günter Olzog
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vor allem Publikationen zur Politikwissenschaft machten Günter Olzog bekannt. Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb er schon vor einer Woche im Bogenhausener Krankenhaus.

Der Münchner Alt-Verleger Günter Olzog ist - wie erst jetzt bekannt wurde - am 14. Mai im Alter von 88 Jahren gestorben. Die Trauerfeier findet an diesem Dienstag auf dem Münchner Nordfriedhof statt. Olzog starb nach einer Herzschwäche im Schlaf im Bogenhausener Krankenhaus, sagte seine Frau am Montag auf Anfrage.

Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Dortmunder in der Hochschulabteilung des bayerischen Kultusministeriums und am Institut für Völkerrecht, bevor er sich 1949 selbstständig machte und den Isar Verlag mit den Schwerpunkten Politik, Zeitgeschichte und Sozialwissenschaft gründete.

Neue Auflage des Hauptwerks
Zu den Hauptwerken des Verlages, der seit 1960 unter Olzogs Namen firmierte, zählt unter anderem das Taschenbuch über die politischen Parteien in Deutschland, das seit einiger Zeit von dem Politologen Heinrich Oberreuter betreut wird. Noch in diesem Jahr werde das bisher in 26. Auflage erschienene Handbuch überarbeitet und neu aufgelegt werden, kündigte Oberreuter an.

Olzog habe in der Nachkriegszeit die Weichen zur Entwicklung einer demokratischen politischen Kultur erheblich mitgestaltet. Vor allem sein Verlag sei lange Zeit stimmführend für die politikwissenschaftliche Literatur gewesen, sagte Oberreuter. Zu den Standardwerken des vor einigen Jahren verkauften Verlags gehört ferner das «Deutsche Handbuch der Erwachsenenbildung».

Mit Bundesverdienstkreuz geehrt
Daneben war Olzog an der Gründung der Münchner Hochschule für politische Wissenschaften beteiligt und von 1968 bis 1983 Prorektor der heutigen Hochschule für Politik. Für seine Leistungen wurde der promovierte Jurist Olzog, der auch vier Jahre dem bayerischen Verleger- und Buchhändlerverband vorstand, unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden und dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Kunstminister Thomas Goppel (CSU) würdigte Olzog als einen der herausragendsten deutschen Verleger nach dem Zweiten Weltkrieg. «Olzog gehörte zu den charismatischen Gründerfiguren, die mit großer Energie und Schaffenskraft in zahlreichen Ämtern und Funktionen das kulturelle Nachkriegsdeutschland geprägt haben.» (dpa)