Grass «wehrt sich» nach SS-Debatte mit Lyrik
Der Dichter reiste auf die dänische Insel Mon und schrieb. «Die Einfälle sind ihm ganz plötzlich gekommen. Ergebnis ist einer der intimsten Zyklen, den er je geschrieben hat», sagte Neuhaus der Zeitung. Als der Kölner Germanist Grass im Dezember besuchte, las dieser ihm die Gedichte vor. Sie seien »reimlos, aber auch sehr dicht. Mit witzigen Wendungen und überraschenden Pointen.«
Dazu habe Grass Zeichnungen gemacht, etwa Baum- und Selbstporträts. »Eines zeigt ihn mit spitzem Hut. Da kann man an die spitzen Hüte denken, die Juden im Dritten Reich tragen mussten«, so Neuhaus.
Der Literaturwissenschaftler riet Grass zur Veröffentlichung der Gedichte. »Es gab Freunde, die ihm sagten: Günter, eher nicht. Verrate nicht, dass du getroffen bist. Grass rang sich zum Glück am Ende aber trotzdem zur Veröffentlichung durch. Als ich ihn traf, war er mit der Gestaltung des Buches beschäftigt.«(nz)

