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Berlinale-Gala für Rainer Werner Fassbinder

16. Jan 2007 15:36
Rainer Werner Fassbinder
Wer über genügend Sitzfleisch verfügt, kann sich bald Non Stopp die Serie «Berlin Alexanderplatz» ansehen. Die Berlinale ehrt den Regisseur Rainer Werner Fassbinder aus Anlass seines 25. Todestages.

Die Berlinale 2007 ehrt Rainer Werner Fassbinder: Als Weltpremiere kündigt das Filmfestival für den 9. Februar eine Sondervorführung von Fassbinders Verfilmung von Alfred Döblins «Berlin Alexanderplatz» an. Das 1980 als 13-teilige Folge für das Fernsehen gedrehte Werk gelte als Höhepunkt der Karriere des 1982 gestorbenen Regisseurs, betonten die Organisatoren der Internationalen Filmfestspiele am Dienstag. Es sei Fassbinders radikalstes und persönlichstes Werk.

Zum 25. Todestag (10. Juni) des erfolgreichsten deutschen Nachkriegsregisseurs wird die Verfilmung in einer für das Kino aufwendig restaurierten Fassung bei der Berlinale uraufgeführt.

Galapremiere mit Max Raabe

Zur Premiere von «Berlin Alexanderplatz: Remastered» am 9. Februar (20.00 Uhr) im Admiralspalast haben die Stars Günter Lamprecht, Hanna Schygulla, Barbara Sukowa, Gottfried John und Döblins Enkel Stefan Döblin ihr Kommen zugesagt.

Die Moderation und musikalische Begleitung des Abends übernehmen Max Raabe und sein Palast Orchester. Die Galapremiere - gezeigt werden die Teile 1 und 2 – wird veranstaltet von der Kulturstiftung des Bundes, der Rainer Werner Fassbinder Foundation und Bavaria Film International.

Qualitäten eines Spätwerks

Die Fernsehfassung wurde 1980 in 13 Folgen und einem Epilog ausgestrahlt. Im Mittelpunkt der epischen Film-Geschichte steht der frühere Transportarbeiter Franz Biberkopf, der aus dem Zuchthaus Tegel entlassen wurde und nun ein anständiges Leben führen will.

Verwirrt treibt er durch das hektische Berlin der zwanziger Jahre und wird doch wieder in Verbrechen hineingezogen. Die TV-Ausstrahlung wurde von der Öffentlichkeit kontrovers aufgenommen, die Kritiker waren begeistert und bescheinigten der Serie die künstlerischen Qualitäten eines Spätwerks.

Mammutvorstellung in der Volksbühne

Das mehr als 15 Stunden umfassende 16mm-Material der Fernsehfassung wurde nach neuestem Stand der Technik restauriert. Die Gesamtleitung übernahm Juliane Lorenz, die damalige Cutterin und heutige Präsidentin der Fassbinder-Foundation. Zur «Bewahrung der Werktreue» konnte der damalige Kameramann Xaver Schwarzenberger als künstlerischer Leiter gewonnen werden, betonte die Berlinale.

Der Vorverkauf für die Gala-Premiere beginnt am 18. Januar. Am 11. Februar wird die gesamte Serie in fünf Blöcken von 10 Uhr bis etwa 2.45 Uhr in der Volksbühne in Anwesenheit der Darsteller gezeigt. Weitere Vorführungen finden vom 12. bis 18. Februar täglich um 18.30 Uhr im Festivalkino CinemaxX 4 am Potsdamer Platz statt. (nz)

 
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