netzeitung.deAntisemitismus- Vorwurf gegen «Spiegel»

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Micha Brumlik (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Micha Brumlik
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Der «Spiegel» knüpft nach Ansicht des Holocaust-Forschers Brumlik an nationalsozialistisches Gedankengut an. Das Magazin behaupte in seiner Weihnachtsausgabe, die Juden hätten den Monotheismus bloß «abgekupfert».

Der langjährige Direktor des Fritz-Bauer-Instituts für Holocaust-Forschung, Micha Brumlik, hat dem «Spiegel» vorgeworfen, die «bislang antisemitischste Titelgeschichte» verbreitet zu haben. In dem Artikel «Das Testament des Pharao» in der Weihnachtsausgabe des Nachrichtenmagazins (Ausgabe vom 22. Dezember) werde behauptet, der Monotheismus stamme ursprünglich vom Pharao Echnaton und die Juden hätten ihn nur «abgekupfert», kritisierte er in der «Jüdischen Allgemeinen».

Damit werde im wesentlichen wiederholt, «was nationalsozialistische Wissenschaftler propagiert haben: Nämlich die Unwahrheit des Judentums nachzuweisen», so der Publizist weiter. Laut «Spiegel» hätten «biestige Jahwe-Priester», die es «mit der Wahrheit nicht so genau nahmen» und im «düsteren Kultbau auf dem Zionsberg die Fäden zogen» eine intolerante Form des Monotheismus und damit Hass geschaffen.

Der «Spiegel» wehrt sich
Auch der Ägyptologe Jan Assmann, auf den sich der «Spiegel» dabei in weiten Teilen beruft, distanzierte sich gegenüber der jüdischen Wochenzeitung «in aller Form von dieser Vereinnahmung». Der Artikel des Magazins widerspreche «allem, was ich je geschrieben habe», erklärte der Heidelberger Wissenschaftler. In seinen letzten Büchern hatte Assmann die Wurzeln religiös motivierter Gewalt im Monotheismus und der damit einhergehenden Differenzierung zwischen wahrer und falscher Religion analysiert.

Der stellvertretende Chefredakteur des «Spiegel», Martin Doerry, hat den Angaben zufolge die Vorwürfe Brumliks zwischenzeitlich zurückgewiesen. Wäre die Vermutung, die jüdische Religion führe ihre Ursprünge auf Echnaton zurück, rassistisch, dann müssten sich davon auch Christen und Muslime betroffen fühlen. (nz)