01. Nov 2006 20:04
Die aus Angst vor Anschlägen im September abgesagte Oper «Idomeneo» wird im Dezember in Berlin gezeigt. Nach einer neuen Gefährdungsbewertung des Landeskriminalamtes nahm die Deutsche Oper das Stück wieder in den Spielplan.
Die Absetzung der Inszenierung, in deren Schlussbild die abgeschlagenen Köpfe von Jesus, Buddha und des Propheten Mohammed auf die Bühne gebracht werden, war bei Künstlern und Politikern bis hin zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf heftige Kritik gestoßen.In der vergangenen Woche war dann bekannt geworden, dass eine neue Gefährdungsbewertung des Landeskriminalamtes (LKA) zu dem Ergebnis kommt: «Eine konkrete Gefährdung der Deutschen Oper oder der Mitwirkenden wird zurzeit nicht gesehen.» Das LKA hält «in Übereinstimmung mit dem Bundeskriminalamt beim gegebenen Sachstand gefährdende Ereignisse im Zusammenhang mit einer Wiederaufführung für eher unwahrscheinlich». Die Entwicklung der Gefahrenlage werde weiter beobachtet und analysiert.
Welche Maßnahmen im Fall der Wiederaufnahme von «Idomeneo» durch die Polizei oder die Deutsche Oper zu treffen seien, werde unter Berücksichtigung der aktuellen Lage vor den Aufführungen besprochen. In dem Papier heißt es ferner, die Polizei sei selbst bei einer emotionalisierten Berichterstattung in der Lage, die Sicherheit zu gewährleisten. Details zur eventuellen Absicherung der Opernabende könnten aber erst in einem zweiten Schritt festgelegt werden. Dies hänge beispielsweise davon ab, ob an einem solchen Abend eine Demonstration geplant sei. (nz)