«SZ» schließt 30-Tage-Archiv
20.12.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Veränderungen bei der «Süddeutschen»: Sie gestaltet ihre Wochenend-Beilage künftig selbst, wechselt die Anzeigenleitung für das Magazin - und schließt das 30-Tage-Archiv.
Die Gestaltung ihrer Wochenend-Beilage nimmt die «Süddeutsche Zeitung» ab Januar in die eigene Hand. Wie der Süddeutsche Verlag am Donnerstag mitteilte, läuft der Vertrag mit der Münchner Agentur Herburg Weiland zum Jahreswechsel «wie geplant» aus.
Die Produktion von «SZ Wochenende» verantwortet künftig das Ressort Bild und Gestaltung «SZ», geleitet von Eberhard Wolf. Die Redaktion hat die Aufmachung des Supplements inzwischen teilweise verändert, was ab der Ausgabe vom 4. Januar erkennbar ist.
Dem Leiter der mehrfach preisgekrönten Agentur, Michael Cornelius, und seinem Team dankte «SZ»-Chefredakteur Gernot Sittner für die «engagierte und erfolgreiche Arbeit». Die Übernahme der Produktion durch das hauseigene Ressort gewährleiste weiterhin «qualitativ hochwertiges Design» und gebe «sicher auch neue gestalterische Impulse». Da nunmehr die Arbeit an der Wochenendbeilage intern verteilt sei, «verkürzen sich auch Produktionswege».
Anzeigenverkauf wird «Chefsache»Die «Süddeutsche Zeitung» hatte im Mai nach langwieriger Vorbereitung den Relaunch ihrer Wochenendbeilage beendet. Dem Vernehmen nach gehört «SZ Wochenende» neben der NRW-Beilage und dem Magazin zu den ersten Kandidaten, die dem Sparkurs im finanziell angeschlagenen Verlag im neuen Jahr zum Opfer fallen könnte.
Das Magazin der «SZ» hat nach Angaben des Verlages in diesem Jahr eine «positive wirtschaftliche Entwicklung» genommen, seine Reichweite von etwa einer Million Leser auf 1,32 Millionen gesteigert und zugleich Umsatz und Umfang der Anzeigen um 10 Prozent erhöht. Die Anzeigen- und Marketingleitung wird indes ausgewechselt: Sabine Hauptmann geht. Sie ersetzt der Geschäftsführer des Magazins, Rudolf Spindler, der eine Neuordnung von Marketing und Verkauf ankündigte. Das werde jetzt zur «Chefsache», so Spindler.
«Komfortable Inhalte haben einen Preis»Zugleich schafft der Verlag ab Januar das Angebot ab, kostenlos Artikel der «SZ» aus den vergangenen 30 Tage zu suchen. Das gemeinsam mit der Bayrischen Rundfunk betriebene Projekt eines Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ) ist abgeschlossen.
Gerade hat die «Frankfurter Rundschau» das DIZ mit der elektronischen Vermarktung ihrer redaktionellen Inhalte beauftragt. Nun stehen nach Angaben des Süddeutschen Verlages 4,5 Millionen Artikel aus 100 Publikationen wie der «FR», der «taz», der «NZZ» und der «Berliner Zeitung» zur digitalen - und gebührenpflichtigen - Recherche bereit.
«Exklusive, hochwertige und komfortabel aufgearbeitete Inhalte», so DIZ-Projektleiterin Hella Schmitt, «haben eben einen Preis». Abonnenten erhielten für die Abfrage im «SZ-Abo-Archiv» seit September günstigere Tarife. (nz)