Neben den Exponaten von 22 Galerien aus sieben Ländern - darunter der Berliner Peter Herrmann-Galerie - hat Njami die Werke von Afrikas noch unbekannten Kreativen zusammengestellt. Die Spanne umfasst alle künstlerischen Gattungen - von der Skulptur, der Malerei und Plastik über Film und Fotografie bis hin zu Performances und Konzeptkunst. Der seit 2000 in Berlin wohnende südafrikanische Performance-Künstler Robin Rhode wird auf der Messe sein jüngstes Werk vorstellen, das von einer China-Reise inspiriert wurde. Die meisten Künstler stützen sich zwar auf die reiche Tradition Afrikas, haben jedoch alle in einer globalisierten Welt ihre eigene künstlerische Handschrift gefunden. Trotz eigenständiger Strömungen hat es dabei stets gegenseitige Beeinflussung zwischen Afrika und Europa gegeben. Afrikas traditionelle Kunst hatte im 20. Jahrhundert Europas künstlerische Avantgarde beflügelt, europäische Künstler und Mäzene verschafften Afrikanern Zugang zur internationalen Kunstwelt. In Johannesburg präsentierte Künstler wie Erik Laubscher sind ein Beleg dafür - er studierte einst in Paris bei Fernand Leger, wo auch der Algerier Rachid Koraichi studierte.
Messe-Direktor Ross Douglas hofft, dass das Interesse aus dem Ausland auch die Südafrikaner mit sich zieht, die traditionell eher selten als Bieter auf internationalen Kunstauktionen in Erscheinung traten. Die staunten in den vergangenen Jahren zunehmend über die rasant anziehenden Preise für Werke heimischer Künstler wie Irma Stern oder Gerard Sekoto. Sie wurden von der Szene als Beleg dafür gewertet, dass auch in der Kunstwelt endlich Afrikas Stunde kommt. (Ralf E. Krüger, dpa)