«Er hat nicht gelitten»: 

netzeitung.deCallas-Tenor Di Stefano gestorben

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Callas und Stefano im Jahr 1973 (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Callas und Stefano im Jahr 1973
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Er war eine der größten Stimmen des 20. Jahrhunderts: Der italienische Startenor Di Stefano ist tot. Von einem brutalen Überfall hatte er sich nie wieder erholt.

Wie seine Ehefrau bestätigte, ist der Sänger Guiseppe di Stefano am Montagmorgen friedlich in seinem Haus in der Nähe von Mailand eingeschlafen. Di Stefano, der Traumpartner von Maria Callas, wurde 86 Jahre alt. «Ich hielt seine Hand in meiner Hand, irgendwann hat er einfach aufgehört zu atmen, er hat nicht gelitten», sagte seine deutsche Frau Monika Curth.

Italiens Kulturminister Francesco Rutelli würdigte Di Stefano am Montag als «Tenor mit einer unvergleichlichen Stimme» und «Beispiel für kulturelle Exzellenz». Nach seinem Rückzug von den Opernbühnen der Welt Mitte der 80er Jahre hatte Di Stefano mehrere Monate im Jahr in seinem Haus in Kenia verbracht, wo er Ende 2004 überfallen und schwer verletzt wurde. Von den Verletzungen hatte er sich seither nie mehr erholt.

Als Sohn eines Polizisten und einer Schneiderin am 24. Juli 1921 auf Sizilien geboren, wuchs Di Stefano in Mailand auf. Zunächst besuchte er eine Jesuitenschule und widmete sich dann dem Gesangsstudium. Im Jahr 1946 gab er sein Debüt in Reggio Emilia in der Rolle des Des Grieux in Jules Massenets «Manon». Nur ein Jahr später trat er erstmals in der gleichen Rolle an der Mailänder Scala auf. «Ein weiterer «Großer» aus der Familie der Scala geht in die Opern-Geschichte ein», hieß es in einer ersten Reaktion aus dem Mailänder Opernhaus.

Tenor von Maria Callas
Es folgten Jahre an der Metropolitan Opera in New York als Herzog von Mantua in Verdis «Rigoletto» und als Mario Cavaradossi in Puccinis «Tosca» im Londoner Covent Garden. In den 50er und 60er Jahren war er der wohl bestbezahlte Sänger der Welt, obwohl der sechs Jahre ältere Mario del Monaco in der Gunst von Kritik und Publikum manchmal höher stand.

Bekannt wurde Di Stefano vor allem durch seine häufigen Auftritte mit Maria Callas. «Der Tenor der Callas», hieß er deshalb bei seinen Fans. Erste stimmliche Probleme traten 1963 bei der Aufführung von Puccinis «La Bohème» am Covent Garden auf. Di Stefano musste im darauffolgenden Jahr durch einen jungen Sänger ersetzt werden: Das war der Anfang der Karriere des späteren Startenors Luciano Pavarotti. Kritiker warfen Di Stefano vor, seine Stimme übermäßig beansprucht zu haben, was dieser jedoch stets vehement dementierte.

Koma nach Überfall
Mehrere Comeback-Versuche misslangen, so dass sich der Opernstar Ende der 80er Jahre als Sänger von den Bühnen der Welt verabschiedete. Er trat aber noch als Regisseur hervor, so 1988 in Taormina mit der «Cavalleria Rusticana» und 1989 beim Tourneetheater «Stagione d'Opera Italiana» mit Puccinis «La Boheme».

Di Stefano war 2004 in seinem Haus an der kenianischen Küste südlich von Mombasa überfallen worden. Die Täter verletzten ihn so schwer, dass er später ins Koma fiel. Auf Wunsch seiner Frau wurde er mit einem Ambulanzflug nach Italien geflogen und in der Mailänder San-Raffaele-Klinik behandelt.

«Seither hat er immer viele Krankheiten gehabt und konnte fast nichts mehr alleine machen», sagte seine Frau. Die Beisetzung findet am kommenden Mittwoch in dem Örtchen Santa Maria Hoé statt, wo Di Stefano seine letzten Lebensjahre verbracht hat. (dpa)