«Er hat nicht gelitten»:
Callas-Tenor Di Stefano gestorben
03.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Als Sohn eines Polizisten und einer Schneiderin am 24. Juli 1921 auf Sizilien geboren, wuchs Di Stefano in Mailand auf. Zunächst besuchte er eine Jesuitenschule und widmete sich dann dem Gesangsstudium. Im Jahr 1946 gab er sein Debüt in Reggio Emilia in der Rolle des Des Grieux in Jules Massenets «Manon». Nur ein Jahr später trat er erstmals in der gleichen Rolle an der Mailänder Scala auf. «Ein weiterer «Großer» aus der Familie der Scala geht in die Opern-Geschichte ein», hieß es in einer ersten Reaktion aus dem Mailänder Opernhaus.
Bekannt wurde Di Stefano vor allem durch seine häufigen Auftritte mit Maria Callas. «Der Tenor der Callas», hieß er deshalb bei seinen Fans. Erste stimmliche Probleme traten 1963 bei der Aufführung von Puccinis «La Bohème» am Covent Garden auf. Di Stefano musste im darauffolgenden Jahr durch einen jungen Sänger ersetzt werden: Das war der Anfang der Karriere des späteren Startenors Luciano Pavarotti. Kritiker warfen Di Stefano vor, seine Stimme übermäßig beansprucht zu haben, was dieser jedoch stets vehement dementierte.
Di Stefano war 2004 in seinem Haus an der kenianischen Küste südlich von Mombasa überfallen worden. Die Täter verletzten ihn so schwer, dass er später ins Koma fiel. Auf Wunsch seiner Frau wurde er mit einem Ambulanzflug nach Italien geflogen und in der Mailänder San-Raffaele-Klinik behandelt.
«Seither hat er immer viele Krankheiten gehabt und konnte fast nichts mehr alleine machen», sagte seine Frau. Die Beisetzung findet am kommenden Mittwoch in dem Örtchen Santa Maria Hoé statt, wo Di Stefano seine letzten Lebensjahre verbracht hat. (dpa)

