16.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ana Carolina Reston
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zuletzt wog sie nur noch 40 Kilo: Das einstige Elite-Model Ana Carolina Reston ist im Alter von 21 Jahren gestorben. Als krank habe sie sich nie empfunden, so ihre Familie.
Eine ihrer letzten Kampagnen sollte wieder einmal für Modemacher Giorgio Armani sei. Der jedoch lehnte die überschlanke Ana Carolina Reston diesmal ab - kurz zuvor hatte er sich öffentlich gegen den Magerwahn in der Modebranche ausgesprochen. Wirklich helfen konnte der 21-Jährigen aber auch dieses klare Signal nicht mehr: Die gebürtige Brasilianerin starb in der Nacht zum Mittwoch an den Folgen ihrer Magersucht. Nach Angaben ihrer Ärzte habe Reston zuletzt bei einer Körpergröße von 1,74 Metern nur noch 40 Kilogramm gewogen.
Die 21-Jährige war im Laufe ihrer Karriere bei so renommierten Modelfirmen wie Ford, Elite und L'Equipe unter Vertrag. Seit ihrem 13. Lebensjahr arbeitete sie bereits als Fotomodell, unter anderem in Europa, Japan und Mexiko. Nach lokalen Medienberichten wurde sie am 25. Oktober wegen Leberschwäche in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Seitdem habe sich ihr Zustand durch zahlreiche Entzündungen ständig verschlechtert.
Nie etwas bemerkt?L'Equipe-Chefin Lica Kohlrausch hingegen will nie Anzeichen von Magersucht bei Carolina bemerkt haben. «Anorexie-Fälle in der Modewelt sind seltener als allgemein behauptet. Ich hatte nur einmal ein Mädchen mit Anorexie, das war 1986, und danach nie wieder», beteuerte die Modelmanagerin.
Psychologin Maria Beatriz Meirelles Leite, die sich auf Modelbetreuung spezialisiert hat, meinte, dass die Mehrheit der an Magersucht leidenden Models ein großes Schamgefühl entwickeln und sich niemanden anvertrauen. Sie empfänden sich aber nicht als krank. Das bestätigte auch Carolinas Cousine Gisse Strauss. «Sie hat immer mit uns gestritten, wenn wir sie aufgefordert haben, etwas mehr zu essen».
Sie habe immer sehr wenig gegessen und sei dann sofort im «Badezimmer verschwunden». Ernährt habe sie sich fast nur von Äpfeln und Tomaten. «Sie wollte mit ihrer Arbeit vor allem mir finanziell helfen», sagte ihre Mutter Míriam, deren Mann an Alzheimer leidet. (nz)