Der coole Herbst der Dandys
07.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Anleihen aus Looks europäischer Metropolen erobern im Herbst die Mode. Inspiriert hat die Designer vor allem das neue Bekenntnis der Jugendkultur zu klassischen Outfits: So prägen britische Rockbands im Dandylook seit zwei Jahren die Charts - und ihre Mischung aus britischem Understatement, feinem Zwirn und lässiger Rock-Attitüde hat nun auch die Modemacher gefangen genommen. Edle Materialien und coole Pose dominieren bei den Herren. Bei den Damen kehrt der elegante Paris-Look zurück auf die Bühne.
Den Rock 'n' Roll als Einfluss auf die Mode der kommenden Saison hat auch Stilberater Georg Stiels aus München ausgemacht. «Schmale Silhouetten, Lederjacke zu enger Anzughose, smarte Erscheinungen» seien zuletzt auf den Laufstegen der großen Häuser zu beobachten gewesen. Die Formen seien konturiert und erinnerten an die Achtziger.
Auch Stefanel hat dem «London Brit Cool» eine Linie gewidmet. Mit Punk- und Dandy-Referenzen bezieht sich der «Aristo-Punk»-Look laut dem Unternehmen mit Sitz in Hamburg auf den Mythos der King's Road in London. Mango setzt auf einen «City-Look der achtziger Jahre» und bei der S.Oliver-Marke comma aus Rottendorf (Bayern) taucht der Ausdruck «Brit Chic» auf. Egal von welcher Marke: Zum britisch inspirierten Schick zählen laut Stiels Karos in allen Größen, Farben und Formen.
Neben Lässigem bringt der Großstadt-Schick auch Luxuriöses hervor. «Ich muss bei der aktuellen Mode immer an Audrey Hepburn denken, die ganz in Givenchy gekleidet durch New York spaziert», sagt Janssen. Überhaupt gebe es einen «Trend zum Edleren»: «Man beschränkt sich wieder auf Werte - und die Ausrichtung wird dabei deutlich ruhiger. Das Überdekorierte und Farbige der vergangenen Saisons ist vorbei.»

