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Tschüss Arschgeweih, hallo Branding

26. Jul 2005 09:10
Die Suche nach dem schönsten Tattoo: ein Wettbewerb für Körperschmuck
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Die einen halten Tattoos schon lange für peinlich, die anderen wollen immer neue Verzierungen. Die Netzeitung fragte einen Fachmann für die Entfernung des Körperschmucks nach den Trends.

Sänger Robbie Williams hat sich angeblich sattgesehen an seinen Tattoos und würde sie am liebsten alle entfernen lassen. Eine große deutsche Boulevardzeitung verkündete in ihrer Sonntagsausgabe gar «Bye-bye Arschgeweih» und behauptet, dass immer mehr Mädchen sich die auffälligen Tätowierungen über dem Steißbein wieder entfernen ließen. Weit gefehlt, glaubt jedoch Prof. Dr. Hans-Peter Berlien, Chef der Abteilung Lasermedizin in der Elisabethklinik in Berlin-Mitte.

Obskure Muster, obskure Farben

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  • «Der Boom ist leider noch nicht vorbei», so der Mediziner zur Netzeitung. Zwar würden immer mehr Menschen sich wieder von ihren Tattoos trennen wollen, gleichzeitig entstünden aber immer neue Formen von Hautverzierungen, die für Dermatologen immer schwieriger zu entfernen seien.

    Derzeit angesagt seien etwa ausgefallene Tätowierungen, die sich die Leute im Urlaub stechen ließen. Auch die sogenannte «Tribal Art», an Stammeskunst angelehnte, stark verwobene Muster, die später ausgesprochen schwer zu entfernen seien, nähmen zu. Und der letzte Schrei sei eine Körperverzierung, die lange out gewesen war: das Branding.

    «Das geht nie mehr weg»

    Für die Ewigkeit: ein 'Arschgeweih'
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    Solche bewusst verursachten Brandnarben seien ausgesprochen schwer zu beheben, so Berlien weiter, der sonst vor allem Unfallopfer medizinisch betreut: «Da bekommt man höchstens die Konturen wieder glatt und die Schriften leicht eingeebnet». Kompliziert mache eine nachträgliche Entfernung derzeit auch der Trend zu immer mehr oft obskur hergestellten Tattoo-Farben, die durch den Laser nur schwer oder teilweise zu entfernen seien.

    Mehr in der Netzeitung: Promis und ihre Tattoos
    So warnt der Arzt denn auch ausdrücklich vor einer übereilten Entscheidung zum Körperschmuck: «Das geht nie mehr spurlos weg. Jeder muss das wissen, bevor er sich ein Tattoo stechen lässt». Gleichzeitig sollte aber auch die Entscheidung zur (kostenintensiven und aufwändigen) Entfernung des Tätowierung gut überlegt sein. «Der Leidensdruck muss schon sehr groß sein. Sie können nämlich nie abschätzen, was nach der Laserbehandlung noch an Farben bleibt», so Berlien weiter. Oft rate er seinen Patienten sogar ab, weil abzusehen sei, dass die Verzierungen sich nur teilweise entfernen ließen und die Haut dann scheckig werde. Gerade das bei jungen Frauen so beliebte (und oft bespöttelte) «Arschgeweih» etwa sei überaus schwer zu tilgen.

    «Wir wissen nicht, woran es liegt», so Berlien, gerade dort seien Farbpartikel sehr hartnäckig. Zehn bis zwanzig Arztbesuche seien da oft vonnöten. Eine Modeerscheinung mit fatalen Folgen also - zumal, so Berlien, einige Tattoo-Fans ihren Schmuck schon nach nur einem Jahr wieder leid seien.

     
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