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Brot gibt's fortan auch ohne Butter

24. Jan 2005 17:25
Präsentierte auf der Bread & Butter: das Label G-Star
Mehr als 60.000 Fachbesucher kamen zu den Berliner Modemessen. Chaos und Kundenandrang waren groß, doch der Stimmung tat das keinen Abbruch.

Das Chaos war groß, dabei war doch alles so schön ausgeschildert: Wer wollte, der konnte am vergangenen Wochenende ungewöhnliche Reisen durch Raum und Zeit wagen. In einem ehemaligen Kabelwerk im Berliner Stadtteil Spandau lockte die Modemesse Bread & Butter mehr als 40.000 Fachbesucher aus Europa und Übersee an. 650 Aussteller verteilten sich mit ihren phantasievoll gestalteten Ständen gleich auf mehrere Hallen.

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Hip, trendy und «street» muss hier alles sein, und so stößt schon mal eine Verkaufsstraße mit dem Namen Karl-Marx-Allee auf den hippen Formentera Drive, wo der Schuhhersteller Etnies gleich in Sichtweise der Stearwear-Marke Boxfresh zu der Konkurrenz von Adidas Quartier genommen hat. Der unrenovierte Industriebau verströmte eben den Berliner Charme, der in den vergangenen Jahren den etwas undefinierbaren Berlin-Hype mit geprägt hat - aber auch so manche Quälerei beinhaltet.

Staus und Wellness-Lounge

Von Berlins hipper Mitte aus ist die Messe nur nach anderthalbstündiger Reise zu erreichen, selbst die Shuttlebusse steckten im Stau. Wer es durch die chaotische Akkreditierungszeremonie und die schlecht ausgeschilderten Hallen bis hin zum Neuzugang, der Milk &Honey für die Damenmode geschafft hat, wurde immerhin durch gedämpftes Licht, wohltuende Gerüche und eine Wellness-Lounge getröstet. Erneut schaffte die Bread &Butter so ein echtes Messeerlebnis, das nur durch die Tatsache getrübt wird, dass die Macher schon im Sommer wieder Lebewohl sagen und zunächst ins spanische Barcelona gehen.

Die Konkurrenz - insgesamt präsentierten sich am vergangenen Wochenende sieben Branchentreffs in der Stadt - dürfte es mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Die Messe Premium am Leipziger Platz, die schon weit gediegener daherkommt, konnte sich ebenfalls über gute Besucherzahlen freuen, während Neuzugänge wie die B-in-Berlin (8000 Besucher wollten Marken wie Brax und Seidensticker sehen) oder die Eurofashion Week noch stärker zulegen müssen.

Deren Jung-Designer aus Osteuropa etwa wollten nur etwa 500 Besucher sehen. Insgesamt kamen in den drei Tagen rund 60.000 Besucher nach Berlin. Und vielleicht ist bei so guten Zahlen auch bei der Bread&Butter noch nicht das letzte Wort in Sachen Abwanderung gesprochen.

 
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