21. Jun 2004 12:49
Ab November wird es beim schwedischen Textilhersteller H&M Mode von Designer Karl Lagerfeld geben. Deren «göttliche» Billigmode sei nämlich die Zukunft der Branche, so der Modemacher.
Die Meldung, dass Chanel-Designer Karl Lagerfeld eine eigene Kollektion für das schwedische Textilkaufhaus Hennes & Mauritz unterzeichnen wird, sorgte in der Modewelt für große Aufregung.Am Montag bestätigte H&M die Zusammenarbeit dann auch offiziell. Zunächst für nur eine Saison werde Lagerfeld etwa 30 Kleidungsstücke anfertigen. Die Kollektion unter dem Label «Karl Lagerfeld für H&M» wird von Mitte November an in Europa und den Vereinigten Staaten erhältlich sein. Lagerfeld selbst plaudert derweil munter über das Zustandekommen des Deals. «Sie haben mir einen Anzug für 49 Euro geschickt», so Lagerfeld im Interview mit «Women's Wear Daily», «er ist einfach göttlich. Unglaublich gut, die Passform, einfach alles ist gut. Eine Menge Anzüge, die 300 Euro kosten sind nicht so gut wie der», so der Modemacher. Dieser Anzug, den er gerne und oft trage, habe ihn dazu inspiriert, selbst für die Kette zu entwerfen. Die ersten Skizzen für die Kollektion seien auch bereits fertig.
In dem Gespräch bestätigte Lagerfeld auch, dass er höchstpersönlich in einer Kampagne für seine H&M-Mode werben werde. Auf den Plakaten seien er selbst und Model Erin Wasson zu sehen.Sein Engagement im Low-Price-Sektor seie nur der Anfang, so Lagerfeld: «Mein Traum ist es, für sehr teure Modelinien wie Chanel und Fendi zu arbeiten und gleichzeitig sehr günstige Mode zu entwerfen.» Dazwischen liege modisch ohnehin kaum noch etwas Beachtenswertes: «Heutzutage tragen die Leute T-Shirts und Jeans mit sehr teuren Teilen gemischt».
Chanel-Designer Lagerfeld selbst sorgte erst kürzlich mit seinen bunten Tweed-Jacken in leicht ausgefranster Optik auch bei den Textilketten für Umsätze: Die Kopien von Labels wie Zara und H&M waren blitzschnell ausverkauft und schafften es als Kauftipp auf die Seiten vieler Modemagazine.
Anders als viele seiner Kollegen aus der Modebranche, die die Raubzüge der Kopisten oft anprangern, schienen Lagerfeld die Nachahmer nie zu stören - nun arbeitet er mit ihnen zusammen.