Pierre Cardin mag keine «Nackt-Mode»
28.08.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Viel Stoff wird auf den Modeschauen nicht geboten. Stattdessen oft viel Haut. Star-Designer Pierre Cardin hat den Trend zum Mode-Minimalismus jetzt scharf kritisiert.
Zu seinen Hochzeiten galt Pierre Cardin als enfant terrible der Modebranche. Mittlerweile ist Cardin 80 Jahre alt und kritisiert seine heutigen Kollegen heftig. Die aktuellen Kreationen,
die mit einem Minimum an Stoff auskommen seien nichts für elegante Frauen. «Die wollen nicht mit einem goldenen Etwas oder einem String - also so zu sagen nackt -herumlaufen», sagte der Modemacher in einem Interview des Hamburger Magazins «Stern».
Der Designer verteidigte seine früheren futuristischen Kreationen: »Meine Ideen waren immer ausgefallen, aber nie ausfallend.» Er habe jetzt auch kein Interesse mehr an den Haute-Couture-Schauen in Paris: «Das Spektakel überlasse
ich Häusern wie Dior und den englischen Designern.» Seinem jüngeren Kollegen Jean-Paul Gaultier bescheinigte Cardin zwar Fantasie und Talent, fügte aber hinzu: «All diese sexy Dinge und nackten Knaben, die Kleider tragen und deren knackige Hintern man sieht. Mein Schamgefühl hat mir so etwas nie erlaubt.»