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Im Netz zum perfekten Look : 

Wenn die Straße zum Laufsteg wird

03. Jul 2008 15:35
Web-Prominenz: Yvan Rodic alias 'Face Hunter'
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Sie streichen durch die Szeneviertel der Metropolen dieser Welt, immer auf der Jagd nach dem nächsten Hype: Modeblogger finden die die Trends von Morgen schon heute.

Die Hochglanzblätter bekommen Konkurrenz aus dem Netz: Modeblogs sind nicht nur günstiger, sondern auch schneller. Ehe die neuesten Trends von den Laufstegen und der Straße in die Zeitschriften gelangen, werden sie heute schon ins Internet gestellt. Von Geheimtipps für die angesagtesten Accessoires über Vorstellungen neuer Künstler und Designer bis hin zu Stylingtipps für den perfekten Look - auf Modeblogs ist nahezu alles zu finden.

Da Mode ein internationales Phänomen ist, sind auch viele deutsche Blogs auf Englisch geschrieben. Umso erfreulicher ist, dass sich seit kurzem die Online-Community Myspace der Mode auch auf Deutsch widmet: Unter «Myspace Laufsteg» (www.myspace.com/laufsteg) erfahren Männer, warum sie in diesem Sommer die Hose krempeln sollten und Frauen, wie innovativ die neuen Highheels sind. In der Kommentar-Ecke können Nutzer ihre Meinung und Bilder hinterlassen. Und Fans des Bloggers Yvan Rodic dürften sich über ein Video freuen, in dem Myspace ihn beim Aufspüren neuer Trends auf den Straßen Mexico Citys begleitet.

Guter Stil von Kopenhagen bis Kreuzberg

An Yvan Rodic alias «Face Hunter» kommt man in der Welt der Modeblogs nicht vorbei. Für seine Seite www.facehunter.blogspot.com reist der Trendjäger um die Welt und fotografiert Menschen. In dem Streetstyleblog reihen sich exzentrische Straßenlooks aus London, Stockholm, Moskau oder auch Kopenhagen aneinander. Die Models tragen königsblaue Röhrenjeans zu lässigen Collegeblousons oder kombinieren wild gemusterte Leggings zu schreiend bunten T-Shirts.

Wem das zu schrill ist, der sollte sich die Adresse thesartorialist.blogspot.com merken. Gründer Scott Schuman hat sich mit der Seite inzwischen international einen Namen gemacht. Über die Looks, die er auf der Straße einfängt und in seinem Blog präsentiert, berichten regelmäßig Magazine wie «Vogue», «Vanity Fair» oder auch «Esquire». Die per Kamera festgehaltenen Trends wirken erwachsener und klassischer als die des «Face Hunter». In englischsprachigen Kommentaren und Kurzinterviews erfahren die Leser, wo die Fotografierten sich einkleiden und welche Stilregeln sie befolgen.

Dass Deutschland in Sachen Straßenmode dem Ausland in nichts nachsteht, will stilinberlin.blogspot.com beweisen. Hier kann sich der Nutzer durch die einzelnen Stadtteile klicken und sich fragen: Wo ist man progressiver: in Mitte, in Kreuzberg, in Friedrichshain oder doch in Charlottenburg?

Lokalpatrioten aus Hamburg und München sind die Blogs hh-streetstyle.blogspot.com und www.styleclicker.net ans Herz zu legen. Dort können sie sich ansehen, was etwa das Szenevolk in Hamburgs Karoviertel oder rund um den Münchner Gärtnerplatz trägt. Und wer wissen will, was Modefans in Reykjavik, Buenos Aires oder Toronto anziehen, braucht sich bloß durch die Links zu klicken.

Mehr als bunte Bilder

Nicht alle Webseiten setzen nur auf bunte Bilder. Im Blog von Styleranking.de (blog.styleranking.de) erfährt man zum Beispiel, wie der Trend aus den USA heißt, bei dem Frauen für ein Fotoshooting ihr Brautkleid durch den Dreck ziehen. Die Inhalte richten sich an ein junges Publikum und sind verständlich und unterhaltsam aufbereitet.

Wer es ebenfalls informativ, aber weniger verspielt mag, sollte sich den Blog modepilot.de ansehen. Dort kann er sich in Kategorien wie «Accessoires», «Mode & Kunst» oder «Mode & Film» über Schmuckausstellungen, Modefotografie und die außergewöhnlichsten Looks aus der Erfolgsserie «Sex & The City» informieren.

Schnittstelle zur Kunst

Mit Mode als Schnittstelle zur Kunst setzt sich F&Art (fartguide.blogspot.com) auseinander. Bloggerin Mahret Kupka stellt Avantgarde-Designer wie Kris Van Assche oder Haider Ackermann vor und schreibt - mal auf Englisch, mal auf Deutsch - über Ausstellungen von Fotokünstlern wie Wolfgang Tillmans.

Ebenfalls hohe Maßstäbe in der Berichterstattung setzt sich die US-Amerikanerin Diane Pernet. Die Stilikone schreibt im Blog www.ashadedviewonfashion.com über Mode als Kulturphänomen. Sie führt Interviews mit Nachwuchsdesignern und schaut hinter die Kulissen von Modeausstellungen und Modefilm-Festivals.

Alle, denen das zu ernst ist, kommen an der englischsprachigen Seite scoop.starstyle.com nicht vorbei. Hier werden Mode und Promiklatsch zelebriert. Ob Filmfestspiele in Cannes, LA Fashion Week oder Oscar-Nacht: Auf Starstyle steht, welcher Promi was wo und wann getragen hat - und manchmal sogar, wie viel er dafür ausgegeben hat.

Der hässlichste Schuh der Woche

Für alle, die nach der Trendrecherche aktiv werden wollen, gibt es eine recht junge Form des Modeblogs: Netzwerke, die dazu einladen, den eigenen Look einem weltweiten Publikum zu präsentieren. Die Seite ilikemystyle.net ist seit Dezember 2007 mit diesem Konzept online. User können Bilder von sich einstellen, beschreiben, was sie tragen, und ihr Outfit von anderen bewerten lassen. Mit etwas Glück bekommen sie dann Kommentare wie «I love it» oder «Awesome».

Frauen mit einem Faible für Schuhe ist der Blog www.shoewawa.com zu empfehlen. Dort können sie nicht nur nach Highheels oder Peep Toes suchen, sondern sich auch köstlich über den «Ugly shoe of the week» amüsieren: Den hässlichsten Schuh der Woche nimmt die Autorin in launigen Texten auf die Schippe. Und wer die Übersicht verloren hat, kann in der Rubrik «Ask Ms Shoewawa» die Bloggerin nach Stylingtipps und speziellen Modellen fragen. (Sascha Abel, dpa)

 
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