Riesenwirbel um «Lolita»-Fotos: Schadensbegrenzung bei «Hannah Montana»29. Apr 2008 12:43  |  Miley Cyrus alias Hannah Montana | Foto: NZ Screenshot/Vanity Fair |
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Sind die erotischen Fotos von Jungstar Miley Cyrus nur ein PR-Coup? Während in den USA noch die Debatte um Anstand und Moral tobt, denken Management-Experten längst wieder ans Geschäft.
Gerade hatte das Managment von Miley Cyrus mitgeteilt, dass die Hauptdarstellerin der von Disney produzierten Erfolgsserie «Hannah Montana» ihre Memoiren schreiben will - und das im zarten Alter von 15 Jahren. Prompt kam es zum Skandal: Fotos aus der Juni-Ausgabe der US-Zeitschrift «Vanity Fair», auf denen Cyrus mit nichts als einem Bettlaken vor der Brust zu sehen ist, sorgen in Amerika für Empörung. Dass das umstrittene Foto von Starfotografin Annie Leibovitz aufgenommen wurde, macht die Sache auch nicht besser. Hätten ihre Eltern des Jungstar nicht schützen sollen? Was wird nun mit Cyrus Glaubwürdigkeit, ja ihrer gesamten Karriere? Wird der Disney-Konzern den Skandal unbeschadet überstehen? Oder ist das ganze gar als cleverer PR-Coup geplant worden? Vom Hollywoodstar bis zum Medienexperten - wie es sich für einen ordentlichen Skandal gehört, äußern sich nun alle.
«Eltern haben in ihre Gottesfürchtigkeit investiert»
Cyrus selbst entschuldigte sich bereits bei den Fans und gab auch gleich bekannt, dass sie sich für die Bilder «schäme». Sie habe einen «künstlerischen Anspruch» erwartet. Ihre Eltern, die übrigens bei dem Shooting anwesend waren, geben ihrer eigenen «Naivität» die Schuld. Fest steht, Cyrus' Image des braven, katholischen Teenagers hat einen gewaltigen Kratzer bekommen. Ob Brötchengeber Disney sie nun noch glaubhaft als Symbol des jungfräulichen Amerika vermarktet kann, ist fraglich. «Eltern haben in ihre Frömmigkeit investiert. Wenn sie dieses Vertrauen missbraucht, wird sie es nicht mehr zurück erlangen», sagte Disney Channel-Boss Gary Marsh dem US-Magazin «Portfolio».Der Jungstar sei «manipuliert» worden, um die Verkaufszahlen der Zeitschrift anzukurbeln, ließen Disney-Sprecher weiter verlauten. Fotografin Leibovitz sieht das anders. Ihre Fotos seien «missinterpretiert worden», ließ die Starfotografin über ein Presse-Statement verlauten und verteidigte die Bilder als «klassisch» und «schön». Überhaupt könne von der angeblichen Ahnungslosigkeit des Stars keine Rede sein. Schließlich sei das Konzept des Shootings zuvor ausführlich mit Cyrus und ihren Eltern besprochen worden.
Auch Curtis sorgte «oben ohne» für Furore
 |  Jamie Lee Curtis auf dem 'AARP'-Cover | Foto: NZ Screenshot/Huffington Post |
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Auch aus den Reihen der Hollywood-Kollegen melden sich besorgte Stimmen. Etwa von Schauspielerin Jamie Lee Curtis, die vor kurzem ebenfalls Opfer eines «Oben-Ohne-Skandals» geworden war. Sie verstehe Cyrus gut, sagte Curtis der «Huffington Post»: «Ich war auch ein bisschen beschämt nach der Oben-Ohne-Sache und den Parodien, die es nach sich gezogen hat.» Die 49-Jährige hatte sich mit freiem Oberkörper für das US-Magazin «AARP» ablichten lassen. Obwohl der Brustbereich nicht zu sehen war, wurde das Curtis-Shooting in der TV-Show «Saturday Night Live» auf's Korn genommen. «Aber», so gab Curtis zu bedenken, «ich bin eine erwachsene Frau. Ich kann mich selbst schüzten und bin dem Medienrummel gewachsen.» Sie bedauere, dass Cyrus' Eltern dem Leibovitz-Shooting zugestimmt hätten. Während den Fotoaufnahmen waren nicht nur Cyrus' Vater, der Countrysänger Billy Ray, anwesend, sondern auch deren Großmutter.
Steckt hinter dem Skandal nur ein PR-Coup?
 |  Spears' Wandlung von der Lolita zur Sexbombe | Foto: PR |
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«Aus strategischer Sicht macht es Sinn», beurteilt Image Management-Expertin Evangelia Souris den Cyrus-Skandal. In den Karrieren anderer Jungstars seien ähnliche Entscheidungen getroffen worden, um den Teenagern die öffentliche Metamorphose zum Erwachsenen zu ermöglichen. So spielte Ex-Kinderstar Brooke Shields beispielsweise in dem Soft-Erotikstreifen «Die Blaue Lagune» die halbnackte Lolita und Britney Spears, ehemaliges «Disney Club»-Vorzeigekind und braves «Baby One More Time»-Schulmädchen, präsentierte sich mit der Single «I'm A Slave 4 U» im neuen sexy Gewand.
Die «Hannah Montana»-Merchandise-Maschine
Währenddessen läuft die «Hannah Montana» Merchandise-Maschine weiter. Millionen Fans schalten regelmäßig ein, wenn Cyrus' Seriencharakter sich vom braven Schulmädchen in den wilden Rockstar verwandelt. Unter der «Marke Montana» wurden bislang 15 Millionen Bücher verkauft, die zwei Alben wurden mehrfach mit Platin ausgezeichnet, ihre Konzerttour war ausverkauft, der gleichnamige Film ein Kassenmagnet und sogar «Hannah Montana»-Butterbrotdosen, -Bettwäsche und -MP3-Player finden reißenden Absatz. Der Disney-Konzern verdient mit Cyrus Millionen und die «New York Post» prophezeit ihr bis zur Volljährigkeit ein Vermögen von einer Milliarde Dollar erwirtschaftet zu haben und somit Amerikas reichster Jungstar zu sein. (nz)
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