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«Minimales Niveau, maximaler Erfolg»: 

Frust über den Erfolg der «Feuchtgebiete»

18. Apr 2008 15:35
Charlotte Roche
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Charlotte Roches Romandebüt ist ein Bestseller, und zwar einer, der polarisiert. Nun melden sich erste Neider zu Wort - darunter sind auch altbekannte Gegner der Moderatorin.

Wer «Post von Wagner» bekommt, der kann sich meist nicht sonderlich glücklich schätzen. So auch Moderatorin Charlotte Roche, die in der heutigen Ausgabe der «Bild»-Kolumne öffentlich abgewatscht wird. Anlass der Kritik in der Boulevardzeitung: Der ebenso überraschende wie überragende Erfolg von Roches Romandebüt «Feuchtgebiete», das sich schon mehr als 400.000 Mal verkauft hat. Das kontrovers diskutierte Werk, in dem sich die junge Helen über Sex, Intimrasur und eine OP am After auslässt, polarisiert auch die deutschen Kritiker. Während die einen den Roman als belanglos und arg überschätzt sehen, loben ihn andere wahlweise als großen Wurf, als Beleg für einen neuen Feminismus oder gar ein neues, befreites Körperbewusstsein junger Frauen.

Das alles ist natürlich nicht nach dem Geschmack von «Bild»-Kolumnist Franz-Josef Wagner. «Ich bin zu blöd für dieses neue Frauenbild. Eine Frau, die furzt, kann ich nicht küssen. Ich liebe himmlisch riechende Frauen, heilige Frauen, die nach Efeu duften. Natürlich weiß ich, dass eine Frau einen Darm hat. Aber wenn sie auf Klo muss, lege ich Mozart auf, um ihre Geräusche nicht zu hören», enthüllt er in der Ausgabe vom Freitag.

Wer im Glashaus sitzt...

Kurz zuvor hatte auch der Online-Ableger des Blattes, Bild.de, den Verkaufserfolg gemeldet und gemäkelt: «So ekelt Charlotte Roche ihr Konto voll». Dabei wirft ausgerechnet das Boulevardblatt der Moderatorin die folgende Strategie vor: «minimales Niveau, maximaler Erfolg». Pikantes Detail am Rande: Roche ist Unterstützerin des Bildblog.de-Teams, das «Bild» im Internet bekanntlich immer wieder öffentlich kritisiert.

Ebenfalls in der gedruckten «Bild» vom Freitag findet sich dann noch eine andere Kritik an Roches Buch. Rapperin Lady Bitch Ray habe die ehemalige Viva-Moderatorin am Rande einer Filmpremiere in Hamburg so kritisiert: «Die will mit ihrem Buch doch nur auf meinen Vagin-Style aufspringen. Sie ist nur eine schlechte Kopie von mir». Außerdem sei das Buch «totaler Schund» und «einfach nur eklig». Roche selbst wiederum verriet am Rande einer Lesung in Berlin, was sie mit dem so verdienten Geld machen wolle: Sie wolle es für ihre fünfjährige Tochter sparen, die ihr bestimmt schon bald sagen werde, dass sie das Thema «Muschi» und somit auch die eigene Mutter echt nerven würde. (nz)

 
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