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Ermittler werten Einlassung als Teilgeständnis: 

Pooth gibt Lieferung von Fernsehern zu

07. Apr 2008 14:38
Franjo und Verona Pooth
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«Wir sind keine kriminelle Familie», sagte Verona Pooth noch kürzlich bei Kerner zu den Korruptionsvorwürfen gegen Gatte Franjo. Der hat nun eingeräumt, Bankmanagern, die ihm hohe Kredite gewährten, teure Geschenke gemacht zu haben.

In der Korruptionsaffäre um Franjo Pooth hat sich der Düsseldorfer Unternehmer erstmals konkret zu Vorwürfen geäußert und die Lieferung von Fernsehern an Bankmanager zugegeben. Der Ehemann von Werbestar Verona Pooth räumte über seine Rechtsanwälte die Lieferung von kostspieligen Großbild- Fernsehern an Vorstände und Mitarbeiter der Stadtsparkasse Düsseldorf ein. «Es ist zutreffend, dass es solche Lieferungen gegeben hat und eine Rechnungslegung erst nach Beginn der Ermittlungen erfolgte.» Dies steht in einer Mitteilung der Verteidiger Pooths an die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die das Magazin «Focus» und die Zeitung «Sonntag-Express» am Wochenende in Auszügen veröffentlichten.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wertet die zwölfseitige Einlassung Pooths zu den Korruptionsvorwürfen gegen ihn als Teilgeständnis. «Herr Pooth räumt darin ein, Amtsträgern teure Geschenke gemacht zu haben», sagte Behördensprecher Johannes Mocken am Montag und bestätigte den Eingang des Schreibens der Anwälte des 38-Jährigen am Freitagabend per Fax. «Der Inhalt hat uns nicht so sehr überrascht und deckt sich teilweise mit den von uns gefundenen Beweisen.» Gegen den Pooth wird wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung ermittelt.

So sei bei Franjo Pooths insolventer Firma Maxfield eine Rechnung über einen 9000 Euro teuren Fernseher entdeckt worden. Die Lieferanschrift für das Gerät sei die Adresse des inzwischen fristlos gefeuerten Sparkassen-Vorstandes Karl-Heinz Stiegemann gewesen. Bei der Durchsuchung des Privathauses des Bankers habe man zwar nicht das Gerät selbst, wohl aber die Bedienungsanleitung gefunden.

Angeblich mit «Ausstattungswünschen» Druck gemacht

Pooths Anwälte hatten in einer an die Presse gerichteten Erklärung eingeräumt: «Es ist zutreffend, dass es solche Lieferungen gegeben hat und eine Rechnungslegung erst nach Beginn der Ermittlungen erfolgte.» Nach Darstellung der Anwälte Pooths hätten die Banker den Unternehmer mit ihren «Ausstattungswünschen» unter Druck gesetzt: «Ein Vorstandsmitglied äußerte sich gegenüber einem Geschäftsführer von Maxfield: «Wenn das jetzt nicht schneller klappt, dann dauert es bei euren Anträgen auch länger.»»

Kategorisch habe der Sparkassen-Vorstand eine Bezahlung des Geräts mit den Worten abgelehnt: «Die Rechnung hat aber bei Maxfield zu bleiben.» Den Vorwurf der Insolvenzverschleppung wiesen die Verteidiger in ihrer Erklärung erneut zurück: Pooth sei von einer führenden Insolvenzkanzlei beraten worden und habe sich auf diesen Rat verlassen dürfen.

Pooth soll Bank-Vorständen teure Geschenken gemacht und im Gegenzug für sein Unternehmen Kredite in Höhe von mehr als neun Millionen Euro erhalten haben. Insgesamt haben die Staatsanwälte fünf Beschuldigte im Visier. Der Düsseldorfer Sparkassen-Chef Heinz- Martin Humme wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe ebenso wie Vorstandsmitglied Karl-Heinz Stiegemann fristlos entlassen. (dpa/nz)

 
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