Nach «Sieg Heil» in der TV-Show: 

netzeitung.de«Big Brothers» gewagte Geschichtsstunde

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Miriam Pielhau, Werner Bab, Siegfried Quand und Ex-Bewohnerin Rebecca in der Big-Brother-Liveshow (Foto: Endemol<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Miriam Pielhau, Werner Bab, Siegfried Quand und Ex-Bewohnerin Rebecca in der Big-Brother-Liveshow
Foto: Endemol
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Viel riskiert, wenig gewonnen: Die Reality-Show «Big Brother» machte den Nationalsozialismus zum Thema. Vor allem jüngere Zuschauer wollten das offenbar nicht sehen.

Löblich, aber wenig gesehen lautet das Fazit zur «Sondersendung» von «Big Brother» am gestrigen Ostermontag. Weil Kandidatin Rebecca in der Sendung «Sieg Heil« gerufen hatte - und daraufhin ausgeschlossen wurde - widmete die Produktioinsfirma Endemol die wöchentliche «Big Brother»-Liveshow dem Thema Nationalsozialismus. Neben dem Ausschwitz-Überlebenden Werner Bab diskutierte Moderatorin Miriam Pielhau auch mit Historiker Prof. Siegfried Quandt. Zu sehen waren daneben die anderen Teilnehmer der Realityshow, die die Äußerung ihrer ehemaligen Mitbewohnerin in kurzen Interview-Einspielern allesamt verurteilten.
Besuch im Holocaust-Mahnmal
Die 25-Jährige Wiesbadenerin selbst war auch noch einmal ins Studium gekommen, um sich öffentlich zu schämen. »Es tut mir so leid! Ich wollte niemanden verletzen«, so Rebecca, die auf Nachfrage peinlich berührt einräumte, vor dem TV-Eklat eigentlich »nichts« über die NS-Zeit gewusst zu haben. Das ist nun anders: In einem Filmbeitrag war etwa zu sehen, wie Rebecca mit Werner Bab das Berliner Holocaust-Mahnmal besuchte und sich von ihm seine Erlebnisse im Konzentrationslager schildern lässt.

Abschließend gab der hauseigene »Big Brother«-Brother Psychologe noch handfeste Tipps für den Umgang mit Sprücheklopfern, die die NS-Zeit verharmlosen: In der Kneipe etwa solle man Stellung beziehen und notfalls eher gehen, als stillschweigend Parolen über sich ergehen zu lassen. Anschließend wurde in der Container-Show Business as usual gemacht, und mit Kandidatin Jenny wie immer montags eine Bewohnerin abgewählt. Bei den Einschaltquoten verzeichnete die «NS-Sondersendung» leichte Einbußen. Wie Quotenmeter.de meldet, wurde die Sendung von 0,97 Millionen 14- bis 49-jährige Zusehern gesehen, was einen Marktanteil von 6,5 Prozent ausmachte. Zuvor lag der Marktanteil in dieser Gruppe bei acht Prozent. Insgesamt schalteten 1,38 Millionen Zuschauer ein.(nz)