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Prinz Harrys Rückkehr aus Afghanistan: 

Heldenmut oder Kriegspropaganda?

02. Mrz 2008 12:53
Bei seiner Rückkehr in England: Prinz Harry
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Vor wenigen Wochen erschien er vielen noch als blaublütiger Playboy mit Hang zum exzessiven Alkoholkonsum - heute gilt er als Kriegsheld mit Glamourfaktor. Kritiker sehen das anders.

Bei seiner vorzeitigen Rückkehr von einem zehn Wochen langen Einsatz in Afghanistan wurde Prinz Harry am Wochenende von der britischen Öffentlichkeit wie ein verlorener Sohn gefeiert. Doch die schier zahllosen Bilder eines fröhlichen Prinzen hinterm Maschinengewehr, der sich ganz offensichtlich für den Kampf begeistert, haben in der allgemeinen Jubelstimmung auch Kritiker auf den Plan gerufen. Dies sei ein Krieg, keine Therapie für einen Prinzen auf der Suche nach Normalität, mahnte die Zeitung «The Guardian».

Doch von diesen - vergleichsweise leisen - Stimmen bekam der 23- Jährige zunächst nichts mit: Zusammen mit Kameraden entstieg er am Samstagmittag mit zerzaustem Haar und im Tarnanzug dem Truppen- Transportflugzeug auf dem Stützpunkt der Luftwaffe in Brize Norton westlich von London, bevor ihn sein Vater Prinz Charles sowie sein Bruder William empfingen. Die Enttäuschung, dass ihn das Militär vorzeitig abgezogen hatte, weil Berichte über seinen Aufenthalt an die Öffentlichkeit gelangt waren, stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Die zahlreichen Presseberichte von «Harry, unserem Helden» wies der dritte in der britischen Thronfolge jedoch nach seiner Rückkehr zurück. «Ich würde sagen, dass ich überhaupt kein Held bin», bekundete er. Zwar würde er am liebsten «sehr, sehr bald» wieder an die Front zurück. Doch der Unterleutnant vom Gardekavallerieregiment «Blues and Royals» wird nun wohl erstmal eine Kampf-Pause einlegen. Trotz Frust will er nicht aus der Armee austreten.

Die Armee kann sich derweil über gute PR freuen. «Ich denke, das ist gut für ihn, ich denke, das ist gut für das Königshaus und mit Sicherheit ist es gut für die Armee», sagte Generalstabschef Sir Richard Dannatt. «Es ist gut, der Nation zu zeigen, dass hochrangige Leute das Risiko genauso tragen wie die 7800 Soldaten in Afghanistan und die 3500, die wir im Irak haben.» PR kann auch die britische Regierung gut gebrauchen. Denn der Einsatz der Briten in Afghanistan gilt seit langem als Problem und Berater warnen regelmäßig davor, dass das Land am Hindukusch am Rande des Abgrunds steht.

Doch die Bilder von einem Prinzen, der sich unter die «normalen» Soldaten mischt, mit ihnen sein Essen aus der Dose löffelt und mit einem Motorrad durch die karge Landschaft Afghanistans braust, verharmlosen den bitteren Kampf gegen die Taliban auch. «Die Rolle des Prinzen ist ein Nebenschauplatz in einem Konflikt mit finsterer Zukunft. Glorifizierende Bilder eines kriegerischen Prinzen können die Fragen danach nicht beantworten», schreibt der «Guardian». «Die Armee benutzt Harrys Tour, um die Mission in Afghanistan populärer zu machen - aber die Geschichte des Prinzen lenkt von den Problemen vor Ort ab. Der Prinz soll den Krieg nun legitimieren.»

Das ist für Harry nun Vergangenheit. Am Wochenende war er wieder mit altbekannten Dingen konfrontiert: Die Sonntagsklatschblätter stürzten sich - kaum war Harry gelandet - auf das angeblich innige Wiedersehen mit seiner Freundin Chelsy. «Es ist schön, weit weg von all der Presse und den Zeitungen zu sein und all dem Müll, den sie schreiben», hatte der Rotschopf noch vor seinem Abzug in Afghanistan gesagt.

Was ihn zu dem - für einen Enkel der britischen Königin Elizabeth bemerkenswerten - Kommentar verleitete: «Ich will nicht in Windsor rumsitzen. Ich mag England allgemein nicht so gerne.» Am Ende konnte er sich jedoch wieder für sein Land erwärmen: «Ich freue mich schon auf eine Badewanne», sagte er nach seiner Ankunft. (Annette Reuther, dpa)

 
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