Geheimdienst-Chef: Diana-«Mord» ist «absurd»
20.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Gedenken an Lady Diana
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
War der britische Geheimdienst in den Unfalltod von Lady Diana verwickelt? Der damalige Chef des MI6 brach nun vor Gericht mit dem ungeschriebenen Schweigegelübde seiner Organisation.
Der frühere Chef des britischen Geheimdienstes MI6 hat vor Gericht Vorwürfe des Mordes an Prinzessin Diana vehement zurückgewiesen. Die Behauptung des ägyptischen Millionärs Mohammed al Fayed, sein Sohn Dodi und Diana seien auf Betreiben des Königshauses von MI6-Agenten durch einen inszenierten Autounfall umgebracht worden, sei «absurd», erklärte Sir Richard Dearlove am Mittwoch bei der gerichtlichen Untersuchung des Todes der Prinzessin in London.
Keien Morde im Auftrage des MI6Sir Richard sagte unter Eid, dass in seiner Dienstzeit bei dem Geheimdienst von 1966 bis zur seiner Pensionierung 2004 - «keine einzige Person» ermordet worden sei. Wenn es jemals derartige Pläne oder Aufträge im Zusammenhang mit Prinzessin Diana gegeben hätte, wären sie ihm in jedem Fall bekanntgewesen, sagte der Ex-Geheimdienstler. Al Fayed hatte am Montag bei einem emotional eingefärbten Auftritt vor dem Gericht erklärt, der Ehemann der Queen, Prinz Philip, habe gemeinsam mit seinem Sohn Prinz Charles, dem Ex-Mann der Prinzessin, ein Geheimdienst-Komplott zur Ermordung Dianas und ihres damaligen Begleiters Dodi al Fayed inszeniert. Sie seien «beseitigt» worden, weil Diana von Dodi schwanger gewesen sei und ihn habe heiraten wollen.
Seltener Auftritt Mit diesen Behauptungen liege Al Fayed «absolut daneben», betonte Sir Richard nun. Mit seinem Erscheinen bei der öffentlichen Anhörung vor Gericht wich der Ex-Chef des MI6 klar von den Gepflogenheiten des Dienstes ab. Normalerweise vermeiden auch dessen pensionierte Führungskräfte solche Auftritte und lehnen öffentliche Kommentare über den Geheimdienst ab. Er habe die Vorwürfe Al Fayeds jedoch «sehr persönlich» genommen, erklärte Sir Richard. Er könne den Geschworenen «mit völliger Gewissheit» sagen, dass sie «absolut nicht» zuträfen. (dpa)