13. Feb 2008 11:04
Charlotte Roche veröffentlicht demnächst ihren ersten Roman. Wie zu erwarten, kommt der recht provokant daher. In «Feuchtgebiete» bricht die bekennende Feministin Tabus rund um die weibliche Intimregion.
Auch mit Pornofilmen habe sie kein Problem. Sie könne die Behauptung «da würden Frauen erniedrigt», nicht nachvollziehen. Auch glaube sie nicht, dass Männer süchtig nach Erotikfilmen seien, weil die Erotikbranche das anbiete. «Diese Riesenindustrie ist da, weil es einen unglaublichen Bedarf an Pornographie gibt», so Roche, die sich zum gelegentlich Pornogucken bekennt. «Aus Neugier. Zur Entspannung, Aufgeilung, Inspiration.» Pornos speziell für Frauen interessieren sie nicht. Die seien «vollkommen lulli-bulli. Da geht's nur darum, dass eine Frau in Eselsmilch badet und aussieht wie Kleopatra.»Was Prostitution angeht fordert Roche mehr Liberalität, etwa einen «Puff für Frauen», und bessere Arbeitsbedingungen für die Prostituierten. Sie schlage ihrem Mann immer vor, «den ersten Fair-Trade-Puff aufzumachen», so Roche. Dort sollten die Frauen angemessen bezahlt werden und kein schlechtes Gewissen haben müssen.
Pornografie abschaffen, wie es etwa Alice Schwarzer fordert, halte sie für «totalen Schwachsinn». Überhaupt hält Roche, die sich selbst als Feministin versteht, mittlerweile wenig von ihrem einstigen Vorbild: «Die trifft sich mit Verona Feldbusch im Fernsehen und macht Werbung für die 'Bild'-Zeitung. Ich kann mit dieser Person überhaupt nichts mehr anfangen.» (nz)
Charlotte Roche: «Feuchtgebiete» erscheint am 25. Februar bei DuMont