Heath Ledgers Tod schockiert Hollywood
23.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Man denke an James Dean, River Phoenix oder in der Musikwelt Kurt Kobain, Michael Hutchence - auch sie wurden plötzlich aus dem Leben gerissen, und der ebenso überraschende wie verfrühte Tod ließ sie zum Mythos werden.
Während Dean bei einem Unfall und Phoenix an einer Überdosis Kokain starb, ist Ledgers Todesursache weiterhin ungeklärt. Wie die Polizei mitteilte, fand seine Haushälterin den australischen Schauspieler leblos im Bett auf. Daneben wurden Schlaftabletten gefunden. Die Beamten schlossen ein Fremdverschulden aus. Auch auf einen Selbstmord gebe es keine Hinweise.
«Wir bestätigen den sehr tragischen und viel zu frühen Unfalltod unseres geliebten Sohnes, Bruders und vernarrten Vaters von Matilda», sagte sein Vater Kim in Perth. «Er hat in seinem kurzen Leben so viele Menschen auf so vielfältige Weise berührt, aber nur wenige hatten das Vergnügen, ihn wirklich kennenzulernen.» Er bat die Reporter und Fotografen anschließend, die Familie in ihrer Trauer in Ruhe zu lassen.
Auch Ledgers Sprecherin sprach von einem «Unfall» und bat die Presse, aus Respekt vor den Angehörigen nicht über die Todesursache zu spekulieren. Der Schauspieler hat nach ersten Angaben keine Abschiedsbriefe hinterlassen. Die Ergebnisse der ersten Autopsie seien nicht eindeutig, berichtete der US-Fernsehsender CNN am Mittwoch. Weitere Tests könnten bis zu zwei Wochen dauern. Dabei soll beispielsweise festgestellt werden, ob der Australier eventuell an einer nicht diagnostizierten Herzschwäche litt.
Mehrere hundert Menschen versammelten sich nach Bekanntwerden von Ledgers Tod vor dem luxuriösen Loft-Wohnhaus im Stadtteil SoHo, wo der Schauspieler vor einigen Monaten eingezogen war. Viele Hollywoodstars reagierten bestürzt. «Er war gerade dabei, berühmt zu werden. So jung aus dem Leben zu scheiden, ist ein tragischer Verlust», sagte Ledgers Landsmann Mel Gibson. Die gebürtige Australierin Nicole Kidman sprach von einer «Tragödie».
Geboren am 4. April 1979 in Perth als Sohn einer Französischlehrerin und eines Rennfahrers, verließ Ledger bereits im Alter von 16 Jahren die Schule, um Schauspieler zu werden. Mit 19 zog er nach Los Angeles. Seine erste große Rolle spielte er 1999 als Herzensbrecher in der Tennie-Komödie «Zehn Dinge, die ich an dir hasse». Ähnliche Rollen lehnte er später ab. Von 2002 bis 2004 war er mit seiner australischen Schauspielkollegin Naomi Watts liiert.
Für seine Rolle in Ang Lees Cowboy-Drama «Brokeback Mountain» erhielt er eine Golden Globe- sowie eine Oscar-Nominierung. Am Filmset lernte er Michelle Williams («Dawson's Creek») kennen, die in «Brokeback Mountain» seine Frau spielt. Die Beiden verliebten sich und im Oktober 2005 wurde Tochter Matilda Rose geboren. Das Paar trennte sich im August vergangenen Jahres. Der Australier war unter anderem in «Monster's Ball», «Der Patriot» und «Ritter aus Leidenschaft» zu sehen.
Für das Web ediert von Julia Wilczok

