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«Dein Körper ist dein Kapital, Baby»

06. Dez 2007 10:22, ergänzt 08. Dez 2007 12:47
'Sie wollten nicht 'Latte' sagen ...'
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«Menschen bei Maischberger» hat sich diesmal ausschließlich unter der Gürtellinie abgespielt. Doch hatten Moderatorin wie Gäste offensichtlich Spaß daran. Und Deutschland hat endlich eine Rüpelrapperin.

«Keuschheit statt Porno – brauchen wir eine neue Sexualmoral?» so das Thema der jüngsten Ausgabe der ARD-Talkshow «Menschen bei Maischberger» - und dann ging es rund: Allein 16 Mal sei das das Wort «Ficken» gefallen, insgesamt seien 74 Sex-Worte in 75 Minuten über den Sender gegangen, zählte «Bild». Und das habe vor allem an einem Gast gelegen: Lady Bitch Ray.

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Die 26-Jährige ist das Phänomen am deutschen Pophimmel, das schon viel zu lange auf sich warten ließ: Die deutsche Rüpelrapperin, eine Frau, die all den Bushidos und Sidos dieses Landes in nichts nachsteht. Ganz im Gegenteil, sie ist härter, weil sie keine Lust auf die ewige Opferrolle der Frau im Rapperkopf hat.

Aber zurück zu Maischberger: Die 41-jährige Moderatorin habe den «Porno-Talk» sehr amüsant gefunden, so der Bericht. «Es ist jetzt nach elf Uhr abends. Wir sind unter uns, und das sollte man bei diesem Thema auch sein», sagte sie zu Beginn der Sendung.

'Du hast eine Möse, und du bist eine Frau, die weiß, was sie will. Stehe dazu, Bitch!'
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Lady Bitch Rays Job war es dabei offenbar, die Sprache dem Thema anzupassen. Doch Maischberger machte auch mit: Als Schauspielerin Michaela May zum Thema Tabus meinte: «Da hängt die Stange hoch», merkte die Gastgeberin lachend an: «Sie wollten nicht 'Latte' sagen ...». Dass Maischberger nach der Sendung gegenüber «Bild» geäußert habe: «Wir hatten Spaß, nur dass ich gesagt habe, 'Ich bin 'ne geile Schlampe, fick mich', wird mir bestimmt noch nachhängen», wurde von «Bild» nachträglich als falsch korrigiert.

Wie Lady Bitch Ray erzählt, habe Maischberger sie anfangs noch einschränken wollen: «Maischberger sagte mir, dass sie das Wort 'Möse' nicht so mag. Aber ich glaube, sie hatte Spaß», so die Musikerin, die übrigens gerade ihre Doktorarbeit über die «Semiotik der Kleidung» schreibt.

Die Vagina Style-Gebote

Die Tochter einer türkischen Gastarbeiterfamilie aus Bremen hat vor ihrer Karriere als professionelle Schlampe mit Hirn als Radiomoderatorin gearbeitet. Als der Sender jedoch ihre Rap-Ambitionen im Internet fand, musste sie gehen, weil sie sich weigerte, einen Song vom Netz zu nehmen.

Natürlich wird ihre Musik kontrovers diskutiert: Sie hat glühende Verehrer wie hasserfüllte Gegner, doch steht sie bisher allein da mit ihrem Rap. Und das ist schon mal viel wert.

Auf ihrer MySpace-Seite hat sie «Die 10 Gebote des Vagina Styles» veröffentlicht, die alle Fragen zur Person Lady Bitch Ray beantworten dürften. Die lauten unter anderem:

«1. Du hast einen Grund zum Feiern: Du hast eine Möse, und du bist eine Frau, die weiß, was sie will. Stehe dazu, Bitch!

5. Wenn Du Geld verdienst, sei dir nicht zu geizig für Kosmetika, Klamotten und Highheels, das ist ne clevere Anlage. Dein Körper ist dein Kapital, Baby! Was kostet die Welt!

6. Bring Deine Schule/Ausbildung/Abitur zu Ende, wenn du kannst, dann studier! Versuche unabhängig zu werden und es zu bleiben. Und tu mir bitte einen Gefallen: Definier dich nicht über einen Typen.

9. Fang bitte nicht mit 16 schon an, mit jedem Typen zu Ficken, denn das, Süsse, wird man dir mit 30 ansehen. Dann siehst du nämlich aus wie deine Vagina: Ausgeschlabbert.» (nz)


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