Hinübergesprungen: Stuntman Evel Knievel tot
Seinen lautmalerischen Namen erwarb sich der Motorradfan durch eine frühe Gaunerei. 1938 als Robert Craig Knievel in der Kupferstadt Butte im US-Bundesstaat Montana geboren und bei seinen Großeltern aufgewachsen, wurde der Junge einmal beim Klau von Radkappen festgenommen. Die Kumpels im Gefängnis nannten ihn scherzhaft «Evil Knievel» - den bösen Knievel. Der Vornahme Evil blieb ihm einige Jahre später änderte er das «i» allerdings in ein «e».
Gestartet hatte Knievel seine Karriere als Mitbesitzer eines Motorradladens. Um Kunden anzulocken, versprach der damals 27-Jährige einen 13 Meter langen Sprung über geparkte Autos und eine Kiste mit Klapperschlangen hinweg. Prompt landete er vor etwa 1000 Zuschauern zu früh und krachte auf die Schlangen. «Genau da wurde mir klar, dass ich Mengen begeistern kann, wenn ich über komisches Zeug springe», sagte er damals laut «New York Times». Sein größtes Projekt, ein Sprung über den Grand Canyon, scheiterte später allerdings am Einspruch der Behörden.
Seine unzähligen Verletzungen steckte Knievel anfangs gut weg. Er bekam eine Hüfte aus Titan, Aluminiumplatten in die Arme und mehrere Metallstücke in die Beine. Bei manchem Unfall gingen auch diese zu Bruch. Doch in den vergangenen Jahren raubten ihm Krankheiten zunehmend die Kraft. Er litt unter Diabetes und Lungenfibrose, 1999 musste er sich einer Lebertransplantation unterziehen.
Auch in seinem Privatleben gab es ein häufiges Auf und Ab. 1977 musste Knievel für ein halbes Jahr ins Gefängnis, weil er seinen früheren Presseagenten mit einem Baseball-Schläger traktiert hatte. 1995 soll er seine damalige Freundin Krystal Kennedy geschlagen haben - sie verzichtete jedoch auf einen Rechtsstreit und heiratete ihn später. Die Ehe ging allerdings zu Bruch. Er sei der «letzte Gladiator im neuen Rom», sagte Knievel einmal von sich.
(Nada Weigelt, dpa)

