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Warum Fler mit dem Messer angegriffen wird

28. Nov 2007 16:36
'Zwischen uns wird es nie Frieden geben'
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Der Aggro-Rapper Fler ist angeblich knapp einem Angriff auf sein Leben entgangen. Passenderweise erzählt Erzfeind Bushido zeitgleich, wie sehr er seinen Ex-Kollegen hasst.

Es gibt drei Möglichkeiten, sich auf diese Geschichte einen Reim zu machen: Für die Pragmatiker unter uns ist das alles nur ein großer Zufall. Für die Fans und Freunde des Klatsches ein Zeichen dafür, dass die Jungs tatsächlich einen ganz eigenen Film fahren, in dem der Rest der Welt nicht vorkommt. Und für die Abgeklärten ist es wohl nichts weiter als ein perfider Medien-Stunt. Und zu welcher Kategorie gehören Sie?

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Unter der hysterischen Überschrift «Rapper-Krieg jetzt auch in Deutschland?» vermeldet die Onlineausgabe von «Bild», dass der Berliner Rapper Fler bei einem Besuch des Musiksenders MTV nur dank der Aufmerksamkeit seines Bodyguards einem Messerangriff entgangen sei.

Zeugen hätten berichtet, dass «drei dunkelhaarige Männer durch die Terrassentür in das MTV-Gebäude an der Stralauer Allee in Berlin eindrangen und sofort auf den bei der Plattenfirma Aggro-Berlin unter Vertrag stehenden Rapper losgingen. Sie versuchten, auf ihn einzustechen, sein Bodyguard konnte sie in letzter Sekunde abwehren. [...] Nach einer langen Verfolgungsjagd durch das Gebäude schafften es die Angreifer, spurlos zu verschwinden.»

Ein paar Fragen

Aha, böse Sache, aber ein paar Fragen wirft das doch auf: «Lange Verfolgungsjagd» durchs Gebäude? Dabei ist das doch eigentlich sogar drinnen durch verschlossene Türen und zuweilen hauseigene Bodyguards gesichert, da dort zuweilen auch Stars wie Nelly Furtado oder 50 Cent rumlaufen. Und dann auch noch «spurlos verschwunden»? Der Bau ist auf einer Seite durch die Spree begrenzt und liegt in einem derzeit noch mit Absperrungen durchzogenen ziemlich leeren Baugelände.

Egal. Da wohl niemand schnell genug war, die Angreifer zu erwischen und bevor Zweifel aufkommen, bietet die Zeitung gleich eine Vermutung: «Bekannt ist: Fler ist seit längerem mit Rap-Star Bushido verfeindet, in ihren Songs haben sie sich schon öfter 'gedisst' (bepöbelt). Die früheren Label-Kollegen können sich nicht ausstehen. Folgen dem bislang verbalen Kampf jetzt Handgreiflichkeiten?» steht da zu lesen und dann die schreckliche Befürchtung: «Bleibt zu hoffen, dass der Rapper-Krieg jetzt nicht auch in Deutschland ausbricht und wie in Amerika sogar Todesopfer mit sich bringt.»

Wer war's?

Wohl damit man es sich mit Bushido, der bisher nicht mit «Bild» gesprochen hat - trotz diverser deutlicher Angebote, von Verbotsdrohungen seitens Politikern bis angeblich schwangerer Freundin - nicht ganz verscherzt, werden dann noch andere mögliche Angreifer genannt: Fler habe auch mit anderen Rappern «Probleme», heißt es, dazu zählten D'Irie vom Berliner Label Shok Muzik oder auch Raptile aus München. Aber was sagt denn Fler selbst? Wie zu erwarten nichts, sonst könnte er sich auch gleich selbst ins Messer stürzen.

Nun aber das: In der Jugendzeitschrift «Bravo» steht diese Woche in einer Serie über Bushido zu lesen, wie der einst das Label Aggro verließ und warum. Denn wie so häufig ging dem tiefen Hass eine große Liebe voraus. Bushido und Fler kennen sich aus der Zeit, bevor sie bekannt wurden. Sie haben zusammen die Lehre gemacht und sogar zusammen gewohnt. «Fler war oft bei Bushido zu Hause. Sagte zu Bushidos Mutter sogar 'Mama'!»

Die Liebe vor dem Hass

Das ist aber lange her, denn zwar haben die jungen Männer ihre Rap-Karriere beide im Jahr 2001 bei Aggro begonnen, doch verließ Bushido 2004 das Berliner Label, um zu Universal zu gehen. «Fler würde garantiert behaupten, dass ich ihn damals hängen gelassen habe. Ich konnte nur einfach nicht mehr mit diesen Aggros rumhängen, habe nicht mehr in ihre Welt gepasst», erklärt Bushido. Die Freundschaft war zu Ende: «Die Aggros haben Flers Kopf therapiert.»

Seitdem wird gedisst. Ein Song folgt dem nächsten, und die Hassgefühle übertragen sich auch auf das Umfeld. Aggro-Künstler legen sich verbal mit Ersguterjunge-Musikern an. Genau genommen nehmen sich beide Seiten wohl nichts mehr. Der Artikel schließt mit Bushidos Worten: «Es wird nie Frieden zwischen uns geben. Dafür ist einfach zu viel passiert...»

Wie gesagt, alles Zufall wahrscheinlich. (nz)

 
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