16.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Evelyn Hamann
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
«Großer Verlust für das Publikum und die Kunst»: Mit einer Trauerfeier in Hamburg haben sich Familie, Freunde und Kollegen von Evelyn Hamann verabschiedet.
Angehörige, Freunde und Kollegen haben Evelyn Hamann am Freitag in Hamburg die letzte Ehre erwiesen. Zur Trauerfeier in der Hauptkirche St. Nikolai im Stadtteil Harvestehude kamen Schauspieler wie Hans-Peter Korff und Gustav Peter Wöhler. Der Tod der Loriot-Partnerin sei ein «ganz großer Verlust für das Publikum und die Kunst», sagte Korff («Diese Drombuschs»), der mit Hamann für «Adelheid und ihre Mörder» vor der Kamera gestanden hatte.
Fotografen und Kamerateams warteten vor der Kirche. Die Feierstunde selbst fand im engsten Kreis statt. Hamann, die am 28. Oktober im Alter von 65 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben war, hatte ihr Privatleben stets aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Einem Millionenpublikum war sie als «bessere Hälfte» von Altmeister Vicco von Bülow alias Loriot bekanntgeworden, privat lebte sie in ihrer Heimatstadt Hamburg sehr zurückgezogen. Hamann galt als perfekte Komödiantin und Verwandlungskünstlerin.
«Sie war eine Seiltänzerin»Im Fernsehen feierte die gefragte Seriendarstellerin Erfolge mit der ARD-Reihe «Adelheid und ihre Mörder». In der Titelrolle als Sekretärin spürte sie Mörder auf, die ihre Vorgesetzten nicht schnappen konnten. Am meisten habe er ihre Disziplin geschätzt, sagte Korff, der in der Serie den kauzigen Kriminaldirektor Dr. Ferdinand Dünnwald mimte. «Sie war eine Seiltänzerin», meinte der 65-Jährige. «Sie hat die Latte immer sehr hoch gehängt und ist durch ihre anständige Haltung immer ganz oben geblieben.»
Auch Schauspielkollege Wöhler schwärmte, es sei «ein Vergnügen» gewesen, mit ihr zu spielen. Er habe sie geschätzt für ihre «Offenheit und Ehrlichkeit - und dabei war sie nie verletzend». Zu den weiteren Gästen gehörten die TV-Produzenten Markus Trebitsch und Wolfgang Rademann, die Schauspieler Edgar Bessen und Johanna Christine Gehlen sowie der Hamburger Kultwirt Paolino und sein Kollege Rüdiger Kowalke vom «Fischereihafen-Restaurant». (dpa)