29. Okt 2007 08:45, ergänzt 12:15
Die Schauspielerin Evelyn Hamann ist tot. Der Star aus «Loriot»-Sketchen und «Adelheid und ihre Mörder» starb nach kurzer schwerer Krankheit.
Die ARD zeigte im Mai dieses Jahres die letzten mit ihr produzierten Folgen aus der populären TV-Reihe «Adelheid und ihre Mörder». In ihrer Rolle als Polizeisekretärin Adelheid Möbius löst sie knifflige Kriminalfälle, die ihre leicht trotteligen Vorgesetzten wie Heinz Baumann, Dieter Brandecker und Oliver Stern nicht zu lösen imstande waren. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) zeigt derzeit die Wiederholungen im NDR-Fernsehen (dienstags um 21.45 Uhr), die ARD plant eine Evelyn-Hamann-Nacht von Freitag auf Samstag.Über ihr Privatleben ist wenig bekannt, da Hamann nur wenige Interviews gab. Sie war ein Mal verheiratet und lebte zurückgezogen im Hamburger Stadtteil Eppendorf. Auch vor ihrem 65. Geburtstag am 6. August mied sie den Kontakt zur Öffentlichkeit. Ihr letzter Auftritt außerhalb der Serientätigkeit vor einem Millionen-Publikum war die ARD-Gala zu ihrem 60. Geburtstag am 5. August 2002. Moderator Frank Elstner bot unter anderem als Gäste die französische Sängerin Patricia Kaas, «Traumschiff»-Produzent Wolfgang Rademann, den Schauspieler-Kollegen Jürgen Prochnow, Hamanns Fernseh-Mutter Inge Meysel und ihren Jugendschwarm Heinz Reincke auf. «Ich bin völlig überwältigt», sagte Hamann.
Sie stammte aus einer Hamburger Musikerfamilie. Der Vater Bernhard Hamann war Geiger, Konzertmeister des NDR-Sinfonieorchesters und Gründer des Hamann-Quartetts, die Mutter war Sängerin und Musikpädagogin, ihr Bruder Gerhard war Professor für Violoncello an der Musikhochschule Trossingen. Nach der Schauspielausbildung übernahm sie kleinere Rollen am Hamburger Thalia Theater, anschließend führten sie ab 1968 Engagements nach Göttingen, Heidelberg und Bremen.Hamann wurde für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet. Allein die Goldene Kamera der Illustrierten «Hörzu» erhielt sie drei Mal im Zehn-Jahres-Rhythmus: 1977, 1987 und 1997. Außerdem ehrte sie RTL 1997 mit dem Goldenen Löwen. Im gleichen Jahr bekam Hamann den Bayerischen Fernsehpreis als beste Seriendarstellerin in «Adelheid und ihre Mörder». (Carsten Rave, dpa)