netzeitung.deGähnen auf Gottschalks Couch

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Backstein-Drücker SChneider (l.) (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Backstein-Drücker SChneider (l.)
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die US-Schauspieler Jennifer Garner und Jamie Foxx blieben nur kurz, Komiker «Bully» Herbig gähnte in die Kamera. Aus Basel meldete sich «Wetten, dass...?» aus drei Monaten Sommerpause zurück.

«Es gibt kaum noch eine große Blondine im deutschen Fernsehen. Ich bin eine der letzten», sagte der 57 Jahre alte Gottschalk, als er in Basel vor die Kameras trat. Am 26. September 1987 moderierte er erstmals «Wetten, dass...?». Auch 20 Jahre später, bei der Sendung am Samstag in Basel, setzte Gottschalk auf die bewährte Mischung aus abwechslungsreichen Wetten und prominenten Wettpaten. Er traf damit den Geschmack des Publikums. Nach ZDF-Angaben schauten 11,2 Millionen Menschen zu, «Wetten, dass...?» erreichte einen Marktanteil von 39,3 Prozent. Gottschalk blieb damit zwar Spitzenreiter am Samstagabend, bei früheren Sendungen hatte er aber bessere Werte geschafft. Im Schnitt schalten bei «Wetten, dass...?» mehr als 13 Millionen Zuschauer ein.

Herbig als Sissi
Mit seinen Gästen aus den USA hatte Gottschalk wenig Glück. Sie blieben nicht lange auf dem Sofa. Hollywood-Star Jennifer Garner (35) verließ nach knapp einer Stunde die Sendung, ihr Kollege Jamie Foxx ging wenig später. Weil der 39 Jahre alte Oscar-Preisträger seine Wette verlor, musste er jodeln - zur Freude des Schweizer Publikums. Komiker Michael «Bully» Herbig musste in Anspielung auf seinen Film «Lissi und der wilde Kaiser» als Kaiserin Sissi, wie Romy Schneider sie einst gespielt hatte, erscheinen.

Neben Herbig traten die Fußball-Weltmeisterinnen Birgit Prinz und Nadine Angerer, die Schauspieler Suzanne von Borsody und Michael Mendl, die Box-Brüder Vitali und Wladimir Klitschko sowie das Künstler-Ehepaar Paola und Kurt Felix als Wettpaten auf. Für die Musik sorgten Avril Lavigne, Melissa Etheridge sowie die finnische Popband Sunrise Avenue.

Gottschalk muss malern
Auch Gottschalk, der einen Gehrock aus Samt mit weißem Hemd und Stehkragen sowie schwarzem Einstecktuch trug, verlor seine Wette. Er hatte die Basler dazu aufgerufen, auf dem Münsterplatz für Dschungel- Atmosphäre zu sorgen. Zahlreiche Zuschauer erschienen als Tarzan und Jane verkleidet auf den Platz im Zentrum der Stadt, hinzu kamen viele Tiere. Basel gewann damit die Stadtwette. Gottschalk muss nun bei einem Fernsehzuschauer in Leipzig das Wohnzimmer neu streichen.

«Ich werde den Malerpinsel schwingen und ein bisschen Farbe ins Wohnzimmer bringen», sagte er. Erstmals entschied nicht Gottschalk selbst über seinen Wetteinsatz, sondern folgte dem Vorschlag eines Zuschauers.

Originelle «Pömpel»-Wette
Wettkönig wurde Milan Krizanek aus der Schweiz. Der 57-jährige gelernte Maschinenbauer wendete einen zwölf Meter langen Doppeldeckerbus auf einer nur acht Meter breiten Brücke. Er war der einzige Wettkandidat, der seine Wette nicht gewann, ihm fehlten einige Sekunden.

Die schrägste Wettidee hatte Gerhard Donie aus Meckenheim in Nordrhein-Westfalen. Der 50-Jährige warf 20 so genannte Gummi-Saugglocken, auch «Pömpel» genannt, auf den Rücken von zehn Freunden. Sie blieben haften, Donie gewann die Wette.

Mit der Kinder-Wette war die 11 Jahre alte Hanna Dorner aus Neustadt an der Weinstraße vertreten. Sie konnte Holzpuppen erkennen, indem sie mit ihrer Nase an ihnen rieb. Der Schweizer Landwirt Albert Holenstein (40) bugsierte mit den Abgasen seines Traktors Styroporbälle in einen Basketballkorb, der Tiroler Bergbauer Johann Schneider (50) drückte mit dem Daumen zehn Backsteine gegen die Wand und der in Düsseldorf lebende Türke Cengiz Itek (27) erkannte verschiedene Glassorten beim Zerschneiden am Geräusch. (Jürgen Ruf, dpa)