21.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
'Super Nanny' Katharina Saalfeld
Foto: RTL
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die RTL-Sendung «Super Nanny» ist wegen angeblich gestellter Szenen in die Kritik geraten. Eine Teilnehmerin wollte die Ausstrahlung der Sendung vor Gericht verhindern - und scheiterte.
3,7 Millionen Zuschauer saßen am Mittwoch vor den Fernsehgeräten, als «Super Nanny» Katharina Saalfrank wieder Erziehungstipps gab. Diesmal sollte sie die Streitereien zwischen der 49-jährigen Heike B. und ihrer 15-jährigen Tochter Leonie schlichten. Die Mutter hatte sich an RTL gewandt.
Als Leonie und ihre Mutter den fertigen Film vor der Ausstrahlung sahen, waren sie laut «Bild» schockiert: «Das stimmt alles nicht», sagte Realschülerin Leonie dem Blatt. Einige Szenen seien gestellt gewesen, andere aus dem Zusammenhang gerissen und überspitzt dargestellt.
Besonders eine Szene führt das Mädchen als Beispiel an: Beim Shoppen rastete sie angeblich aus und beschimpfte die Mutter mit den Worten «Du kotzt mich an». «Das wollte ich gar nicht sagen», erklärte die 15-Jährige. «Ich wurde von den RTL-Leuten dazu gedrängt.»
NervenzusammenbruchMutter und Tochter versuchten per Einstweiliger Verfügung die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern. Sie scheiterten vor dem Landgericht Bielefeld. «Sie kannten das Format», begründete der Richter seine Entscheidung. Kurz bevor die Sendung ausgestrahlt wurde, erlitt das Mädchen laut «Bild» einen Nervenzusammenbruch.
RTL weist den Vorwurf gestellter Szenen zurück: «Es gibt kein Drehbuch. Wir fangen nur ein, was auch wirklich passiert», erklärte eine Sprecherin. «Wenn Hauptdarsteller den Dreh abbrechen wollen, ist das kein Problem. Aber wenn der Film fertig ist, wird es schwierig.» (nz)