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Keira Knightley und Scarlett Johansson 'so nackt wie nie zuvor' (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Keira Knightley und Scarlett Johansson 'so nackt wie nie zuvor'
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Es gab mal eine Zeit, da war es aufregend, einen Star unverhüllt zu sehen. Die ist lange vorbei. Nur wissen die Stars es noch nicht, meint Sophie Albers .

Nackt ist steigerbar. Das zumindest will uns die Yellowpress glauben machen. Denn jedes Mal, wenn sich eine Prominente für ein Fotoshooting auszieht - bei den Männern gibt's außer bei David Beckham immer noch wenig zu sehen -, wird versprochen, sie sei so nackt wie nie zuvor.

Der Hintern von Scarlett Johansson, der Busenansatz von Verona Pooth, einfach alles von Pamela Anderson: Alles schon gesehen. Da hilft es kaum noch, wenn die Posenden sich Schlangen oder Klarsichtfolie um den Körper wickeln oder sich - gähn - im Sadomaso-Outfit vor der Kamera räkeln. Was in Deutschland schon lange langweilt, büßt nun auch in den so viel prüderen USA langsam an Wirkung ein.

Da, wo ein Nacktfotoskandal einst Miss America den Titel kostete, wo eine ganze Nation durchdrehte, als Janet Jackson einen gepiercten Busen zeigte, hält sich die jüngste Aufregung um Nacktfotos der gerade 18-jährigen Vanessa Hudgens aus Walt-Disneys ultrareinem «High School Musical» derzeit in Grenzen. Vor allem nachdem der Nachwuchsstar sich öffentlich entschuldigt, und der doch sonst so auf sittliche Sauberkeit bedachte Disny-Konzern versichert hat, weiter mit ihr arbeiten zu wollen.

Erwachsen werden
Experten wollen schon einen Trend ausmachen. Zwar findet man auch empörte Stimmen in Blogs und Foren, doch werden die schnell durch den Hinweis erstickt: «Hört auf zu nörgeln, wenn man einen vernünftigen Filter im Computer hat, werden die Kinder die Bilder nicht sehen.»

In Zeiten expliziter Sexszenen im Vorabendprogramm habe sich das Verhältnis zur Nacktheit entspannt, sagt kein Geringerer als ein Medienwissenschaftler von einer New Yorker Jesuiten-Universität. Die Gesellschaft werde erwachsen, und das sei etwas Gesundes.

Ein Kollege spricht gar von Heuchelei angesichts der Reaktion auf Jacksons «Nipplegate» vor drei Jahren: «Während die Leute eine Umfrage zum Thema Nacktheit ausfüllen, kreuzen sie mit der einen Hand an, dass es zu viel Sex und Gewalt im Fernsehen gibt, während sie mit der anderen Hand nach solchen Inhalten suchen.» Bei all den Gefahren, die die Jugend Amerikas bedrohen, sei Jacksons Brust nicht unbedingt dabei.

Nackter geht's nicht
Und mal ganz pragmatisch betrachtet: Ihrer Karriere geholfen hat die ganze Nummer mit der angeblich aufgrund einer Fehlfunktion der Kleidung freigelegten Brust nicht gerade. Und wenn wir schon mal dabei sind: Die auf gleich mehreren Partys ausgeführten unbedeckten Schamlippen von Britney Spears waren der bisher traurige Höhepunkt eines Absturzes, der noch immer andauert.

Die Selbstentblößung hat ihren PR-Effekt verloren, ob nun professionell ausgeleuchtet oder nicht. Für das Publikum ist das erotische Posen mittlerweile sogar eher Indikator für einen Karriereknick.

Einer, von dem derzeit keiner mehr redet, der die Nackheitsfalle aber schon früh begriffen und ad absurdum geführt hat, ist Robbie Williams. Der zog sich im blutigen Video zu «Rock DJ» bis auf die Knochen aus. Nackter geht's nicht.