«Bravo» nimmt Bushido in Schutz
24.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Politiker in der Hauptstadt und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hatten den Auftritt des Rappers bei einer Jugendveranstaltung gegen Gewalt an Schulen heftig kritisiert. Sie werfen dem Musiker frauen- und schwulenfeindliche Texte vor. Bei dem Konzert sollen auch die Sängerinnen Sarah Connor und LaFee sowie die Bands US 5, Monrose und Mia auftreten. Das sechsstündige Ereignis wird von dem Musiksender «Viva» übertragen.
Am Freitag wurde bekannt, dass die Berliner Polizei gegen Bushido wegen Beleidigung und Nötigung ermittelt. Ein Fotograf hatte nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag Strafanzeige gegen den Musiker gestellt. Medienberichten zufolge soll der Rapper den Mann bedroht und angegriffen haben, als dieser einen Polizeieinsatz vor einer Discothek im Bezirk Friedrichshain fotografierte.
«Ich hoffe, dass die Veranstalter wissen, was sie tun», sagte Berlins Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) der dpa. Die Organisatoren müssten dafür sorgen, dass sich die Musiker im Sinne des Konzertmottos verhielten. Die Abgeordnete Marion Seelig vom Koalitionspartner Die Linke sagte, Bushido müsse am Samstag zu seinen Texten kritisch Stellung nehmen. Am Rande des von «Bravo» initiierten und vom Musiksender «Viva» unterstützten Konzerts wollen Homosexuelle und Politiker gegen den Auftritt des Rappers protestieren.
Bei dem Konzert zum Ferienende soll für ein gewaltfreies neues Schuljahr geworben werden. Die Veranstaltung ist Teil einer vor eineinhalb Jahren begonnenen «Bravo»-Aktion, die sich für mehr Toleranz einsetzt. Laut einer Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag der Zeitschrift unter 1000 Schülern im Alter zwischen 12 und 17 Jahren ist bundesweit jeder fünfte Jugendliche bereits Opfer von Gewalt auf dem Pausenhof geworden. Auch in Berlin hatten immer wieder Gewaltausbrüche an Schulen für Schlagzeilen gesorgt. (dpa)

