Berliner Lesben- und Schwulenvereinigungen kündigten am Freitag an, mit einer Kundgebung gegen Bushidos Auftritt zu protestieren. Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD), Alexander Zinn, hatte Bushido bereits Anfang August aufgefordert, sich «klar und deutlich von seinen Hass-Texten» zu distanzieren. «Ein Auftritt dieses Rappers bei einem Konzert gegen Jugendgewalt käme ansonsten einer Verhöhnung aller Gewalt-Opfer gleich», so Zinn. Wenn der Sänger sich nicht glaubwürdig distanziere, sei er als Botschafter gegen Jugendgewalt «völlig inakzeptabel».Und auch Thomas Birk, lesben- und schwulenpolitischer Sprecher der Berliner Grünen, meldete sich zu Wort: Bushido rufe in seinen Songs seit Jahren offen zu Gewalt auf, so Birk. Außerdem seien die Texte des Rappers «homophob und frauenfeindlich».
Die Kampagne gegen Gewalt an Schulen rief «Bravo» bereits im Frühjahr 2006 ins Leben. Eine Emnid-Umfrage bei 1000 Schülern zwischen 12 und 17 Jahren hatte damals ergeben, dass jeder dritte Schüler Angst vor Gewalt in der Schule hat. Jeder Fünfte wurde schon Opfer von Gewalt im Schulalltag. Neben Bushido sollen dort bei dem Konzert am 25. August Mia, US5, LaFee, Nevada Tan, Gentleman, Monrose und Sarah Connor auftreten. Das sechsstündige Ereignis wird von dem Musiksender «Viva» übertragen. (nz/dpa)