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Bushido nach Anzeige unter Beschuss

24. Aug 2007 13:12
Bushido
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Eine Strafanzeige hat Bushido erneut heftige Kritik eingebracht. Politiker und Schwulenrechtler drängen auf ein Auftrittsverbot des Rappers bei einem Anti-Gewalt-Konzert.

Bushido soll einen Fotografen tätlich angegriffen und bedroht haben, als dieser einen Polizeieinsatz vor einem Berliner Nachtclub fotografierte. Der Mann habe am Donnerstag Strafanzeige gegen den Rapper erstattet, bestätigte ein Polizeisprecher am Freitag entsprechende Medienberichte. Die Berliner Polizei ermittelt nun wegen Beleidigung und Nötigung gegen den Musiker.

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Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurden erneut Forderungen von Oppositionspolitikern laut, Bushido am Samstag bei einem von der Zeitschrift «Bravo» initiierten Konzert unter dem Motto «Schau nicht weg - Gewalt an Schulen», nicht auftreten zu lassen.

«Ich hoffe, dass die Veranstalter wissen, was sie tun», sagte Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) der Nachrichtenagentur dpa. Die Organisatoren müssten dafür sorgen, dass sich die Musiker im Sinne des Konzertmottos verhielten. Die Abgeordnete Marion Seelig vom Koalitionspartner Die Linke sagte, Bushido müsse am Samstag zu seinen Texten kritisch Stellung nehmen. Bereits vor Wochen hatten Politiker und Homosexuellengruppen Forderungen nach einem Auftrittsverbot für den Musiker gestellt.

Bushido muss sich von seinen Texten distanzieren

Berliner Lesben- und Schwulenvereinigungen kündigten am Freitag an, mit einer Kundgebung gegen Bushidos Auftritt zu protestieren. Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD), Alexander Zinn, hatte Bushido bereits Anfang August aufgefordert, sich «klar und deutlich von seinen Hass-Texten» zu distanzieren. «Ein Auftritt dieses Rappers bei einem Konzert gegen Jugendgewalt käme ansonsten einer Verhöhnung aller Gewalt-Opfer gleich», so Zinn. Wenn der Sänger sich nicht glaubwürdig distanziere, sei er als Botschafter gegen Jugendgewalt «völlig inakzeptabel».

Und auch Thomas Birk, lesben- und schwulenpolitischer Sprecher der Berliner Grünen, meldete sich zu Wort: Bushido rufe in seinen Songs seit Jahren offen zu Gewalt auf, so Birk. Außerdem seien die Texte des Rappers «homophob und frauenfeindlich».

Die Kampagne gegen Gewalt an Schulen rief «Bravo» bereits im Frühjahr 2006 ins Leben. Eine Emnid-Umfrage bei 1000 Schülern zwischen 12 und 17 Jahren hatte damals ergeben, dass jeder dritte Schüler Angst vor Gewalt in der Schule hat. Jeder Fünfte wurde schon Opfer von Gewalt im Schulalltag. Neben Bushido sollen dort bei dem Konzert am 25. August Mia, US5, LaFee, Nevada Tan, Gentleman, Monrose und Sarah Connor auftreten. Das sechsstündige Ereignis wird von dem Musiksender «Viva» übertragen. (nz/dpa)

 
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