24. Aug 2007 11:19
Die «Moshammeroper» ist in Berlin uraufgeführt worden. Darin zeichnet Regisseur Robert Lehmeier den Weg des verstorbenen Modemachers vom Paradiesvogel zum verzweifelten Privatmenschen nach.
Der erste Auftritt des Helden ist standesgemäß er gibt den Märchenkönig. Schließlich heißt er in der Oper Ludwig, nach dem bayerischen «Märchenkönig» Ludwig II. In giftgrünem Samtanzug und lila Hemd und Krawatte schreitet er durch den Saal der Neuköllner Oper. Er geht von einem Himmelbett mit goldenem Vorhang über einen Laufsteg mit rotem Teppich, der quer durch das Publikum verläuft.Doch der schöne Schein der Anfangsszene täuscht. Die «Moshammeroper» mündet in einer Tragödie. Der gescheiterte Märchenkönig steigt am Ende gedemütigt und vereinsamt - zurück in das Himmelbett, zieht den goldenen Vorhang zu und wird von einem Strichjungen erdrosselt.
Wie es auf der Opernbühne ist, so ähnlich war es im wirklichen Leben: Rudolph Moshammer wurde im Januar 2005 in seiner Münchner Villa ermordet. Er war fast vierzig Jahre lang Besitzer einer exklusiven Modeboutique, in dem die Münchner Schickeria verkehrte. Librettist Ralph Hammerthaler interessierte besonders der Widerspruch zwischen der Glamourfigur und dem einsamen Privatmenschen Moshammer. Den Vorgaben seines Autors folgend inszeniert Regisseur Robert Lehmeier ein düsteres Drama eines vereinsamten Menschen. Der niederländische Komponist Bruno Nelissen vertonte den Text mit zeitgenössischer Musik in der Tradition der Zwölftonmusik Arnold Schönbergs. Nur gelegentlich stimmen Streicherquartett und Trompeter Klassik-Töne an, die sich rasch wieder in dissonante Klänge auflösen. Als einzig eingängige Melodie stimmt die Trompete in der Mitte der 90-minütigen Oper Richard Wagners «Walkürenritt» an und begleitet damit ausgerechnet sinnloses Hundekläffen.