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Hamburgerin mit Jodeldiplom

06. Aug 2007 07:51
Evelyn Hamann
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Groß, dünn, brünett: Optisch ganz das Gegenteil seiner Traumbesetzung, wurde Evelyn Hamann zu Loriot alias Vicco von Bülows idealer Filmpartnerin. Die Komödiantin wird 65 Jahre alt.

«Bitte sagen Sie jetzt nichts...» - die berühmte Aufforderung, die Loriot im TV-Sketch an sie richtete, hat sich die Schauspielerin Evelyn Hamann längst zur Devise gemacht. Interviews gibt die zurückgezogen in Hamburg lebende Künstlerin höchst selten, Fragen nach ihrem Privatleben wehrt sie konsequent ab. An ihrem 65. Geburtstag am Montag will sie möglichst jeglichen Trubel um ihre Person vermeiden.

Dabei hat die Frau, die als perfekte Komödiantin und Verwandlungskünstlerin gilt, als die «bessere Hälfte» Vicco von Bülows (Loriot) Fernsehgeschichte geschrieben. Der Altmeister der Komik entdeckte das Potenzial des Naturtalents, an seiner Seite wurde Hamann einem Millionenpublikum bekannt.

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Unvergessen sind die TV-Gags des Komiker-Paares aus den siebziger Jahren. Im beliebten «Nudelsketch» starrt die Schauspielerin als Fräulein Hildegard gebannt und mit todernster Miene auf das Stück Pasta, das hartnäckig im Gesicht ihres Verehrers klebt. Zu Kult geworden sind auch die Verführungsszene zwischen dem steifen Chef und der peniblen Sekretärin oder Frau Hoppenstedts Besuch in der Jodelschule, wo sie das Jodeldiplom ablegt. Ein Klassiker ist ihr Part als Fernsehansagerin, die eine britische Krimiserie ankündigt und sich lispelnd durch Zungenbrecher wie Lord und Lady Hesketh-Fortescue und North Cothelstone Hall quält.

Die Detailversessenheit, mit der Hamann jede ihrer Rollen angeht, ihre Präzision und glänzende Vorbereitung wird von Regisseuren und Schauspielkollegen ebenso bewundert wie die Wandlungsfähigkeit. «Ich finde es wahnsinnig interessant, sich zu verändern», sagte die Frau mit dem wuscheligen Haar in einem ihrer seltenen Interviews. Sie mimt die unterschiedlichsten Charaktere - die Femme fatale ebenso wie die einfache Hausfrau, tragische Figuren ebenso wie heitere. «Jede Rolle hat ihre ernste und ihre komische Seite», meint die Künstlerin, die es als «unglaublich schöne Gabe» empfindet, in Menschen Gefühle der Freude oder der Berührung auszulösen. Hamann: «Ich fühle mich wirklich reich beschenkt. Ich habe einen wunderschönen Beruf.»

Ich habe einen wunderschönen Beruf

Vicco von Bülow wünschte sich ursprünglich eine pummelige Blondine
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Aufgewachsen in einer Musikerfamilie - die Mutter Sängerin, der Vater Konzertmeister des NDR-Sinfonieorchesters - ließ sich die Hamburgerin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in der Hansestadt ausbilden. Sie spielte Nebenrollen am Thalia Theater, stand in Göttingen, Heidelberg und Bremen auf der Bühne. Als Loriot 1976 bei Radio Bremen auf Hamann traf, war diese bereits eine anerkannte Theaterschauspielerin - und optisch ganz das Gegenteil seiner Traumbesetzung.

Von Bülow schwebte der Typ einer kleinen, pummeligen, blonden Hausfrau vor, also setzte sich die große, schlanke, brünette Hamann zum Vorspielen eine Perücke auf. «Liebe Frau Hamann, wenn Sie auf unsere Kosten mehrere Wochen täglich Schweinshaxen essen, meinen Sie, Sie werden dann fülliger?», fragte er.

Pummeliger wurde sie nicht

Mit 'Adelheid und ihre Mörder'-Kollege Heinz Baumann
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Pummeliger wurde sie nicht, aber erfolgreich. Nach dem Loriot-Erfolg erhielt sie zahlreiche Fernseh-Angebote. Die mehrfach ausgezeichnete Darstellerin stand für Serien wie «Die Schwarzwaldklinik», «Das Traumschiff» und «Der Landarzt» vor der Kamera und stellte in Specials wie «Evelyn Hamanns Geschichten aus dem Leben» ihre Vielseitigkeit unter Beweis.

Bilderschau:
Für die erfolgreiche ARD-Serie «Adelheid und ihre Mörder» schlüpfte sie in die Titelrolle. Die Frau, über die man außerhalb des Scheinwerferlichts kaum mehr weiß, als dass sie ein Mal verheiratet war, spielt darin eine neugierige und kriminalistisch veranlagte Sekretärin. Privat aber bleibt Evelyn Hamann verschlossen. (Dorit Koch/dpa)


 
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