netzeitung.deWarum Paris Paris ist

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Der fleischgewordene Klingelton (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der fleischgewordene Klingelton
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Party-Exzesse, Sexvideo, Gefängnis: Paris Hiltons Großvater hat die Nase voll und seine Enkelin für ihre Eskapaden bestraft. Schuld an allem sei jedoch in Wahrheit eine andere.

Der Skandal hat sich allemal gelohnt. Seit der Haftentlassung Ende Juni ist Paris Hilton gefragter als je zuvor. US-Wirtschaftsmagazine schätzen, dass sie die im vergangenen Jahr verdienten sieben Millionen Dollar in diesem Jahr vervierfachen werde.

Allerdings wird die 26-Jährige ein gutes Geld-Polster bei ihrem ausschweifenden Lebensstil bald auch bitter nötig haben. Wie die Onlineausgabe des «Evening Standard» berichtet, will ihr Großvater, Clan-Oberhaupt Barron Hilton, die Enkelin nämlich aus seinem Testament streichen lassen. Damit würden ihr 50 Millionen Dollar durch die Lappen gehen.

Quellen aus dem Umfeld von Hilton Senior behaupten, der 79-Jährige plane, den gesamten Betrag - rund zwei Milliarden Dollar aus dem Verkauf seines Hotel-Imperiums an die Firma Blackstone - an die Conrad N. Hilton Stiftung zu spenden, eine wohltätige Einrichtung des Hotelketten-Gründers.

«Er war und ist sehr beschämt darüber, wie Paris den Namen Hilton beschmutzt hat», sagt Jerry Oppenheimer, Autor der Hilton-Biografie «House Of Hilton». Dabei gehe jedoch nicht nur Paris leer aus, auch die anderen elf Enkel sollen wahlweise wenig oder gar nichts vom Vermögen des selbstbetitelten Philantropen abbekommen. «Er will seiner Familie eben nichts hinterlassen, was sie sich nicht verdient haben», so Oppenheimer.
Von Haarverlängerungen bis Handtaschen
Enkelin Paris wird das rein finanziell betrachtet jedoch weniger stören. Arbeitet sie doch fleißig an ihrem eigenen Milliarden-Imperium, indem sie für alles wirbt, was sich irgendwie vermarkten lässt. Von Haarverlängerungen bis Handtaschen in Form ihres Lieblings-Chihuahuas Tinkerbell ist alles dabei. Und sie habe noch viel vor, wie sie betont: «Ich werde meine eigenen Hotels, Casinos und Clubs eröffnen und weitere Immobilien vertreiben», so die 26-Jährige. «Es ist verrückt, in diesem Alter schon so viele unterschiedliche Dinge zu tun.» Allein in diesem Jahr werde sie rund 200 Millionen Dollar verdienen, behauptet die professionelle Blondine großspurig.

Ob es tatsächlich 200 Millionen werden, sei dahin gestellt, doch zumindest ein paar Millionen sind relativ leicht verdientes Geld: Zurzeit ist Hilton mit Aufnahmen für ihr zweites Album beschäftigt und hat die Verträge für eine sechste Staffel ihrer Reality-Serie «The Simple Life» unterschrieben, für die sie angeblich zehn Millionen Dollar kassiert. Außerdem bringt der US-Kosmetikhersteller Parlux im Oktober ihr mittlerweile viertes Parfüm «Can Can» auf den Markt, macht nochmal zwei Millionen. Hinzu kommen die eigene Schmuck- und Uhrenkollektion, Sonnenbrillen und eine Hundemode-Kollektion mit Namen «Bella Paris», für die ihr neuer Yorkshire Terrier Cinderella Model stehen soll. Damit sei Paris Hilton auf dem besten Wege, eine der erfolgreichsten Geschäftsfrauen der USA zu werden, heißt es.

Mutter Kathy zieht im Hintergrund die Fäden
Der Ehrgeiz kommt dabei nicht von ungefähr: Seit Kindertagen soll Paris von ihrer ambitionierten Mutter Kathy zu Höchstleistungen getriezt worden sein. Deren eigene Karriere als Teilzeit-Model und -Schauspielerin scheiterte, also soll die älteste Tochter den Traum vom Ruhm leben - ohne Rücksicht auf Verluste.

Bereits im Alter von sechs Jahren habe die kleine Paris, der die Mutter den Spitznamen «Star» gegeben hatte, stark geschminkt und im Bikini bei Modenschauen in Beverly Hills auftreten müssen. Ebenfalls Mutter Hilton war es, die den Umzug der Familie von Los Angeles nach New York initiierte und ihre beiden Töchter dort, 15 und 16-jährig, in die Gesellschaft einführte mit Hilfe von Mini-Outfits und einem Unten-ohne-Skandal. Und, wen wundert es noch, als Paris im Alter von 19 einen Model-Wettbewerb gewann, soll auch hier die 48-Jährige im Hintergrund die Fäden gezogen haben.

Trotzallem verkauften sich die Aufreger immer noch am besten. Den ersten richtigen Karriere-Schub bescherte Paris das legendäre Sexvideo «One Night In Paris», das Ex-Freund Rick Salomon im Internet vertrieben hatte. Ob Kathy Hilton auch hier ihre Finger im Spiel hatte, ist unbekannt. Doch gab es die abenteuerlichsten Spekulationen. (nz)