20.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ende der unglaublichen Geschichte?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Sauf- und Pöbelgeschichten von Amy Winehouse waren ja anfangs ganz unterhaltsam. Doch mittlerweile scheint der Kontrollverlust so groß, dass ihre Karriere in Gefahr ist.
Der größte Feind von Amy Winehouse ist zurzeit die Ironie. Der Hit ihrer rasanten Karriere heißt «Rehab» (Entzug) und erschien just in diesem Frühjahr, als Britney Spears, Robbie Williams und Lindsay Lohan ihre Süchte professionell bekämpfen ließen. «Ich soll in den Entzug gehen», sang die Britin mit der außergewöhnlichen Soulstimme und dem neuen alten Sound, «nein, nein, nein». Amy war eben härter als der Rest.
Doch wenn man damals noch mit ihr über ihre Whiskey-Eskapaden lachte, abgesagte Auftritte tolerierte und den Stress dafür verantwortlich machte, dass sie beängstigend abmagerte, so hat die 23-Jährige nun ein Tief erreicht, aus dem sie sich an ihrer schwarzen Version der Marge-Simpson-Frisur nicht selbst wieder herausziehen kann.
«Es geht nur um meine Musik. Es ist das einzige im Leben, wo ich Würde habe», hatte Winehouse 2004 dem «Guardian» anvertraut, als der sich fragte, ob die Musikszene solch einer Frau überhaupt gewachsen sei. «Das ist der eine Bereich in meinem Leben, in dem ich meinen Kopf hochtragen und sagen kann 'Niemand kann mich berühren, weil keiner an mich rankommt'.»
Mit der Würde ist es mittlerweile vorbei. Winehouse ist diese Woche in Cornwall aufgetreten, und das hat sie einige Fans gekostet. Es war das erste Konzert nach einer längeren Pause, die sie sich wegen «Verausgabung» genommen hatte.
Ins Publikum gespucktAnstatt der gefeierten Amy-Show gab es für die erwartungsfrohen Fans jedoch eine zerstörte junge Frau zu sehen, die von der Bühne rannte, wieder kam, Texte vergaß, sich selbst ins Gesicht schlug, sich das Mikrofon auf den Kopf hämmerte und schließlich unter Schimpfworten sogar ins Publikum spuckte.
Es habe weh getan, ihr zuzusehen, zitiert die «Sun» einen Fan. Viele Zuschauer seien nach der Hälfte des Konzerts gegangen. «Es sah aus, als sei ihr alles egal, sie war wirklich seltsam. Ich habe eine Menge Geld bezahlt, weil ich ein großer Fan war - das bin ich jetzt nicht mehr.»
«Mitglieder ihrer Crew sind auf die Bühne gekommen, weil es so aussah, als könnte sie nicht weitermachen. Sie hat sie angeschrien, dass sie sich verpissen sollen», berichtet ein anderer Fan.
Zu Beginn ihres Chartsiegeszuges hieß es über die begnadete Musikerin, sie habe gar keine Ahnung, welche Wirkung sie auf Menschen habe. Nun ist sie so bekannt, dass genau das ihr Job ist. Und wenn am 4. September Großbritanniens größter Pop-Preis Mercury vergeben wird, für den Winehouse natürlich nominiert ist, ist es der Job von Management und Label, dafür zu sorgen, dass sie bei der Verleihung auch auf der Bühne stehen kann.