Götz Alsmann - Ein Tausendsassa wird 50
12.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
«Ich bin jemand, den der Erfolg erst spät in einer langen Laufbahn eingeholt hat», räumt der stets formvollendet auftretende Künstler aus Münster unumwunden ein. Vor gut einem Jahrzehnt kam der Durchbruch. Seitdem empfängt er regelmäßig in der mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Sendung «Zimmer frei» im WDR-Fernsehen mit Christine Westermann einen Gast zum Gespräch im schrägen Ambiente einer Wohnküche. Und seit zehn Jahren setzen Alsmann und seine vierköpfige Band in ihren Programmen nur noch auf deutsche Schlager.
Eine Schieflage sieht der Musiker Alsmann aber doch in manchen Programmen, die generell auf Deutsch gesungene Musik auszuschließen scheinen, und redet sich dabei fast in Rage: «Wenn man in schlechtem Schulenglisch einen dilettantisch dahingestümperten Satz singt, hat man bei manchen Sendern eine größere Chance, als die, die sich im muttersprachlichen Bereich in höchster Perfektion ausdrücken.»
Seit 2005 moderiert der promovierte Musikwissenschaftler im ZDF zwei Mal im Jahr die Klassik-Show «Eine große Nachtmusik», mit stetig steigenden Zuschauerquoten. Dabei wird Alsmann zum kenntnisreichen Mitspieler seiner Gäste: als Begleiter am Klavier, Banjo oder Akkordeon. Der Entertainer vom Typ «schräger Vogel» schafft den Brückenschlag von Künstlern aus der ernsten Musik wie dem Bassbariton Thomas Quasthoff und einem Liedermacher wie Reinhard Mey.
Auf seiner siebten deutschsprachigen, vor ein paar Wochen erschienenen Platte «Mein Geheimnis» frönt Alsmann seinem Faible für das deutsche Unterhaltungslied der Nachkriegszeit. Mit frischem Swing und kühlem Anschlag kommen Lieder daher, die einst Künstlerinnen wie Evelyn Künneke oder Margot Hielscher sangen. Das Album ist bei dem legendären Jazz Label Blue Note erschienen und Alsmann der erste deutsche Solokünstler, der darauf unter Vertrag genommen wurde. In den kommenden Jahren soll es für ihn wie bislang weitergehen beim Radio und Fernsehen, mit einer neuen Platte alle zwei Jahre und jährlich gut 100 Konzerten. (Ulrike Hofsähs, dpa)

