03.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Michael 'Kalle', der Maurer
Foto: Endemol
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit «Kalle» hat ein eher zurückhaltender Kandiat die 250.000 Euro gewonnen. Aber das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit über die siebte Staffel von «Big Brother», wie Kathrin Klette weiß.
Nun hat also der 34-jährige Michael alias «Kalle» die siebte Staffel von «Big Brother» gewonnen. Mit dem Maurer hat somit der Kandidat gesiegt, den man getrost als rechtschaffen bezeichnen kann. Die Rückblicke, die es in der gestrigen Final-Show der «Reality»-Serie auf RTL II zu sehen gab, zeigten - mit der zweitplatzierten 20-jährigen Sonja alias «Püppi» - den fairsten Kandidaten: Michael sagte seine Meinung und setzte sich für andere ein, wenn er meinte, ihnen geschehe Unrecht. In seiner wenig kapriziösen Art erinnerte er etwas an den Potsdamer John und die inzwischen als Moderatorin arbeitende Alida, die Gewinner der ersten und zweiten Staffel.
Emotionen non-stoppDabei ist eigentlich die 32-jährige Bürokauffrau Kathrin die heimliche Gewinnerin der Show. Nach zwei Monaten hatte die anfangs als Zicke verschrieene Blondine zunächst das Haus verlassen, da ihr die Avancen des 45-jährigen Andy (Publikumsliebling «Knubbel») und die Zankereien mit dem strippenden Haus-Zampano Eddy zu viel geworden waren. Doch dann wollte sie zurück, und die Zuschauer ließen sie auch tatsächlich wieder in den Container rein. Dort blieb sie bis zum Schluss und belegte einen repektablen dritten Platz.
Zwar dümpelten die Einschaltquoten in den ersten fünf Monaten der Sendung dahin und konnten erst in den letzten Tagen mit mehr als einer Million Zuschauern anziehen. Doch ging es auch in der siebten Staffel hoch her. Es gab «viele Emotionen» und den Gefühlen wurde «freier Lauf» gelassen, wie es im Emo-Jargon hieß. Mit der Sheila und Eddy, «Bild»-Montagsmädchen Doreen und Sinan sowie Sonja und Basti haben sich in der 150-tägigen Abgeschiedenheit drei Paare gefunden. Der mit einer Frau liierte Sieger Michael knutschte und kuschelte auch mal mit dem homosexuellen viertplatzierten Leon («Verschärft!»). Dazwischen gab es für die Kandidaten kurze Wiedersehen mit Verwandten oder Freunden.
Doch das war es auch schon mit positiven Gefühlen. Den Rest der Zeit wurde gelästert, was das Zeug hielt. Aber was soll man auch den ganzen Tag reden, wenn man nur sich selbst hat und jegliche Anregung von außen fehlt?
Erotik-Fotoshooting überlebtFast alle ausgestrahlten Gespräche drehten sich um die Bewohner selbst: Da wurde «direkt ein Problem angesprochen», da sagte Eddy Kathrin ins Gesicht, dass sie «dumm» sei und ihm «am Arsch vorbeigehe» und der diskussionsfreudige Leon musste sich von Jeannine vorhalten lassen, dass er «voll zicke». Doch nicht nur verbal, auch körperlich kam man sich nahe: Man sah den anderen beim Baden zu, rasierte sich gegenseitig die Haare auf dem Po und überstand ein Erotik-Fotoshooting.
Am Bonner «Knubbel», der als erster der letzten Fünf herausgewählt wurde, wurde das Prinzip der Show am besten deutlich. Als «größter lebender Big-Brother-Fan» war er angetreten, dessen Lebenstraum es war, einmal bei der Show dabei zu sein, wie Co-Moderator und Ur-Insasse Jürgen in Anzug und Fliege erklärte. Wegen seines zottteligen Äußeren wurde «Knubbel» nach seinem Einzug erst einmal zur Style-Beratung und zum «Glückscoach» geschickt und «aufgepäppelt». Der Single habe noch nie eine längere Beziehung gehabt, hieß es, und so wurde auch gleich eine Frau für ihn gesucht. Nach einem romantischen Abendessen im Haus mit mehreren Kandidatinnen hatte er sich dann für Andrea entschieden.
Aufgebrezelt wie die anderen Finalisten wartete er dann gestern in Jeans, blauem Hemd, Schlips und Sakko auf das Urteil. Aufgeregt waren alle Finalisten (Sonja zu Michael: «Hast du Knubbels Schweißdinger gesehen?»). Wohl an keinem Abend war der Zigarettenkonsum so hoch wie gestern.
Nach seinem Rauswurf durfte «Knubbel» seine wenigen Minuten Ruhm genießen. Jürgen empfing ihn und begleitete ihn zu der Rampe, von der aus «Knubbel» seinen Fans zuwinkte. Nach ein paar Minuten ging es mit einem dicken Auto schon weiter ins Studio («Da unten wartet der Bodyguard»), wo die wie immer etwas aufgescheuchte Moderatorin Charlotte Karlinder ihn in Empfang nahm.
Was denn nun mit den Frauen sei, fragte sie. Der inzwischen völlig durchgeschwitzte «Knubbel» durfte mit beschlagener Brille nun noch ein paar Worte hervorkeuchen («Mal schauen, was läuft») und dann ging es bereits weiter in der Sendung. Und dazu gehörte natürlich auch die Werbung für Staffel acht.