Danke Feuerstein, dein Humor ist groß
15.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Wer über sich selbst lachen kann, über den lachen die anderen nicht. Das haben schon viele Größen der Unterhaltungsbranche am eigenen Leib erfahren und ihre optischen «Mängel» so in Ruhm verwandeln können. Man denke an die Nase der Streisand, Woody Allens Brille oder den ebenso winzigen wie pummeligen Danny DeVito.
Feuerstein hat seinen eigenen Kopf und eigen ist er in der Tat, dieser Mann, der auf der Bühne locker drauflos plappert, aber Small Talk für «Zeitverschwendung» hält. Kein Wunder also, dass er Partys hasst und sich daher freut, seine daheim gebliebene Frau (ja, er hat tatsächliche eine Frau) als Alibi für frühes Verschwinden im petto zu haben. Einer, der Partys hasst, dem ist natürlich auch das Geburtstagfeiern zuwider. Anlässlich seines 70. gab es daher für potenzielle Gäste auch nur «Ausladungen».
Feuerstein stapelt allerdings gerne tief, nennt sich selbst einen «dilettantischen Fachmann». Manchmal klingt es sehr traurig, wenn er von sich selbst spricht. Er sei «nicht sonderlich begabt», sein Talent liege darin, zu «jedem Thema irgendwas Sinnloses» sagen zu können, «und die meisten Leute glauben, es sei lustig».
Fast zwölf Jahre herrschte Funkstille zwischen Feuerstein und Schmidt. Die Beziehung zu seinem ehemaligen Partner beschrieb er jüngst in einem Interview mit «Neon»: Schmidt sei ein «prägender und starker Mensch», aber «niemand, an dem ich mich orientieren würde». Was Schmidt und ihn verbinde, sei der Humor. «Ich sehe das Prinzip der Schadenfreude als den Motor des Humors», so der Wahlkölner und schildert auch gleich den «ersten Witz» aus der Frühzeit der Menschheitsgeschichte: «Zwei Neandertaler sitzen nebeneinander. Einem fällt eine Kokosnuss auf den Kopf. Da lachte der andere zum ersten Mal.» Heute Abend kann man die beiden Neandertaler endlich wieder gemeinsam im Fernsehen sehen (Herr Feuerstein wird 70, und Herr Schmidt bejubelt ihn, WDR, 21.45 Uhr).
Doch wie bei so vielen Künstlern spricht auch bei Feuerstein nicht die trockene Theorie sondern die Kunst am besten für ihn. Und Feuersteins Kunst ist das Jonglieren mit der Sprache. Anlässlich seines Ehrentages hat Netzeitung.de die «Schmidteinander»-Episoden noch einmal gesichtet und die schönsten Szenen ausgewählt. Die Wahl viel nicht leicht, denn rasch wurde klar: Herbert Feuerstein, du hast das TV-Niveau gerettet!

