netzeitung.deIch bin ein Star, holt mich gefälligst hier raus

 Herausgeber: netzeitung.de

Paris Hilton zwischen den TV-Shows ( (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Paris Hilton zwischen den TV-Shows (
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Paris Hilton hat es ihrem Promi-Status zu verdanken, dass sie schon wieder aus dem Gefängnis raus ist? Nein, das Showbiz-Monster hat nur die Sendung gewechselt, meint Sophie Albers .

Die Vorgaben für die neue Folge von «Simple Life» waren sogar für Paris Hilton ein bisschen hart: Erst sollte sie betrunken Auto fahren - weil das nicht sofort Wirkung zeigte, musste sie sogar mehrfach ran -, dann wurde sie endlich verurteilt, und schließlich landete sie in einer Neun-Quadratmeter-Zelle in einem Frauengefängnis. Die Produktion war glücklich, denn die Insassen reagierten wie geplant auch gleich mit Todesdrohungen.

Doch als Paris zum erste Mal in ihrem Leben so ganz allein in einem Zimmer saß, das wirklich nur das Wesentliche enthält, fand sie die Idee des «Simple Life» gar nicht mehr witzig - und sie schmiedete einen Plan.

Ihr Anwalt kam freundlicherweise gleich vorbei, ein paar Anrufe bei den richtigen Stellen und taataa: Herausgekommen ist das neue TV-Format «In-between Shows». Hilton hopste vom «Simple Life» zu «Ich bin ein Star, holt mich hier raus».

Den Tränen nahe
Aufgabe eins: Eine bedrohlich aussehende Beamtin der Lynwood Century Regional Detention Facility verlangt, dass Hilton ihre Haarverlängerungen abgibt. Was für ein Hammer gleich zu Beginn! Aber sie schaffte es, sogar ohne «weinerlich zu sein», urteilten die Zuschauer.

Aufgabe zwei: In einer Stunde Duschen, Telefonieren und Fernsehen. Da war Hilton dann doch den Tränen nahe. Doch irgendwie kriegte die 26-Jährige den ersten Tag rum. Die Jury war zufrieden, und die stolze Kandidatin verkündete: «Dies ist ein bedeutender Punkt in meinem Leben, und ich muss die Verantwortung für das, was ich tue, übernehmen.» Zwei Extra-Punkte und ein neuer Werbevertrag für einen Krankenversicherungs-Spot.

Müsli? Mit Milch!
Am nächsten Morgen dachte das Showgirl allerdings an einen schlechten Scherz, als ihr zum Frühstück eine Schüssel Müsli und ein Glas Saft gereicht wurden. Ihren unsicheren Blick in Richtung Regie erwiderte ihr immer anwesender Anwalt mit einem anfeuernden Kopfnicken.

Ekel schüttelte ihren fragilen, no fat-no carb-no fun-gestählten Körper. Die Spannung stieg ins Unermessliche, und die Moderatoren waren sich bereits sicher, dass Hilton nun scheitern werde. Doch dann: Sie nahm den Löffel, betrachtete angewidert die von 3,5-prozentiger Milch aufgequollenen Haferflocken, steckte ihn schnell in den Mund und... schluckte. Sie war eine Runde weiter. Und glücklich, durfte sie zur Belohnung doch das Mittagessen ausfallen lassen.

Die nächste Prüfung war dagegen ein Kinderspiel: Überzeuge einen Psychologen davon, dass du traumatisiert und emotional am Boden bist. Hilton absolvierte die Aufgabe in der Rekordzeit von zwei Minuten.

Hinterlistiger Versuch
Wirklich hinterlistig war dagegen die nächste Probe, denn Hilton wurde «pay jail» angeboten, Haft mit besonderen Privilegien gegen Bezahlung. Würde die Hotelerbin der Versuchung widerstehen können? So weit war sie gekommen, doch das könnte ein schnelles Ausscheiden geben.

Nach zehn Stunden Bedenkzeit ließ sie über ihren Anwalt das Ergebnis verkünden: «Ich habe das abgelehnt, weil ich das Gefühl habe, dass die Medien mich auf eine Weise darstellen, wie ich gar nicht bin.» Sie wolle zeigen, dass sie die Haft auf sich nehmen könne und wie jeder andere behandelt werde. Angespannte Stille herrschte, während die Jury beriet. Intensive Blicke, die einer Heidi Klum kurz vor Bekanntgabe von «Germany's Next Topmodel» alle Ehre machen würden. Dann Jubel. Hilton war weiter.

Glitterregen und 21 Emmys
Dagegen war die letzte Aufgabe ein Witz: Paris, was würdest du sagen, wenn du vorzeitig entlassen werden würdest und Riesenvillen-Hausarrest bekommst? Die Show-Veteranin lächelte, sie hatte sich selbst in den Finger gebissen, um mit dem Blut das Rot ihrer Lippen zu betonen, schließlich hatte man ihr den Make-Up-Koffer abgenommen: «Ich habe durch diese harte Probe viel gelernt und hoffe, dass auch andere von meinen Fehlern gelernt haben». Glitterregen, Feuerwerk, Glückwunsche für Paris Hilton, Siegerin der ersten Staffel von «In-between Shows». Preis ist eine brillantverzierte Fußfessel, Produkt einer Kooperation von Donatella Versace und Charles Manson.

Währenddessen sitzt Nicole Richie schon in den Startlöchern für Staffel zwei. «Ich drücke einfach die Daumen. Natürlich habe ich Angst, aber ich bin bereit alle Konsequenzen zu tragen, ich werde die Verantwortung übernehmen für meine Taten», sagte die 25-Jährige bei der Vorauswahl in der «David Letterman»-Show. Wie just aus Insiderkreisen bekannt wurde, soll Richie nicht nur betrunken Auto fahren, es sollen auch Drogen ins Spiel kommen.

Die Show ist bereits für 21 Emmys, 15 Golden Globes und 13 Oscars im Gespräch.