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Lupe Bündchen stellt sich gegen den Papst

Gisele Bündchen kritisiert den Vatikan wegen des Verbots von Kondomen. Das Topmodel spricht sich für Abtreibungen und gesetzlich vorgeschriebene Verhütung aus.

Gisele Bündchen ist der Star der Modewoche, die momentan in Rio über die Bühne geht. Für Schlagzeilen sorgt sie aber nicht wegen ihrer Darbietung auf dem Laufsteg: Nach Papst Benedikt XVI. vor wenigen Wochen ihr Heimatland Brasilien besuchte, ereiferte das Topmodel sich öffentlich über die ablehnende Haltung des Vatikans gegenüber Kondomen, berichtete die Zeitung «Folha de S. Paulo».

Die Einstellung der Kirche zur Verhütung sei «völlig überholt» und «hoffnungslos veraltet», schimpfte die Brasilianerin. «Denken Sie doch nur an all die Krankheiten, die ohne sie übertragen werden können.» Vor allem verstehe sie nicht, wie die katholische Kirche Kondome und zugleich Abtreibung ablehnen könne.

Jede Frau solle das Recht haben, für sich selbst zu entscheiden, sagt Bündchen zum Thema Abtreibung. «Wenn sie glaubt, sie hat nicht genug Geld oder ist emotional nicht reif dafür, ein Kind großzuziehen, warum sollte sie dann ein Kind zur Welt bringen?» Die Benutzung von Verhütungsmitteln sollte sogar gesetzlich vorgeschrieben sein, findet das Model.

Die brasilianische Regierung war kürzlich mit dem Vatikan wegen eines Anti-Aids-Programmes aneinander geraten, bei dem das Gesundheitsministerium Millionen kostenloser Kondome ausgibt. Brasilien ist das Land mit der zahlreichsten katholischen Bevölkerung weltweit. (nz)