netzeitung.deSpector und der «Selbstmord aus Versehen»

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Phil Spector (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Phil Spector
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine erste Zeugin im Mordprozess gegen Phil Spector hat schwere Vorwürfe gegen den Angeklagten erhoben. Die Verteidigung wartete mit ganz eigenen Theorien auf.

Im Mordprozess gegen den Musikproduzenten Phil Spector in Los Angeles hat die erste Zeugin einen gewalttätigen Vorfall mit einer Pistole geschildert. Der angetrunkene Spector habe sie mit einer Waffe bedroht und zwei Mal geschlagen, sagte Dorothy Melvin vor einer Jury. Dies sei 1993 in der Villa des Plattenproduzenten passiert. Sie habe damals von einer Anzeige abgesehen, um Aufsehen zu vermeiden, sagte die Frau.

Melvin ist eine von mehreren Zeuginnen, die im Prozess über bedrohliche Situationen mit dem früheren Beatles-Produzenten berichten sollen. Der 66-Jährige ist angeklagt, die Schauspielerin Lana Clarkson im Februar 2003 in seiner Villa erschossen zu haben.

Spectors Verteidiger kündigten an, die Unschuld ihres Mandanten mit wissenschaftlichen Untersuchungen zu beweisen. Die Blutspuren und der Einschlagskanal der Kugel zeigten, dass sich Clarkson selbst mit der Pistole das Leben genommen habe, sagte Spectors Anwältin Linda Kenney Baden. Ihr Kollege Bruce Cutler sprach von einem «versehentlichen Selbstmord». Cutler hielt den Ermittlern vor, dass sie Spector von Anfang an als Mörder angesehen und alle anderen Erklärungen für den Todesfall ignoriert hätten.

In seinem Eröffnungsplädoyer am Mittwoch hatte Staatsanwalt Alan Jackson den Angeklagten als Mann dargestellt, der auf bestimmte Herausforderungen «hinterhältig und gefährlich» reagiere. Er werde dem Gericht beweisen, dass Spector eine geladene Pistole in Clarksons Mund hielt und abdrückte. Spector hatte vor Prozessbeginn wiederholt erklärt, er sei unschuldig, Clarkson habe sich selbst erschossen.

Spector hatte mit Elvis Presley, The Ronettes und den Beatles gearbeitet. Sein Ansehen verdankt er vor allem der «Wall of Sound»- Aufnahmetechnik, die er in den 1960er Jahren für Hits wie «Be My Baby» und «Chapel Of Love» entwickelte. (dpa)