netzeitung.deGötz George und die «Knalltüten»

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Götz George (Foto: ARD<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Götz George
Foto: ARD
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Götz «Schimanski» George nutzt einen anstehenden «Tatort»-Auftritt, um mit dem deutschen Fernsehen abzurechnen. Er stört sich vor allem an Friseuren und Köchen.

«Die Menschen, die heute populär sind, das sind Friseure, Talkmaster und Frauen mit gefärbten Haaren und aufgepumpten Brüsten und Köche. Köche! Wenn man zu einem Event eingeladen wird, steht man plötzlich neben Friseuren, Köchen, Telenovela-Sternen und anderen Knalltüten.» Götz George hat schlechte Laune und sich der Zeitschrift «Gong» mitgeteilt. Zwar gehört der deutsche Schauspieler in diesem Lande dank seiner «Tatort»-Rolle des Kommissars Schimanski zu den populärsten Vertretern seiner Zunft, doch ist das für ihn offenbar wenig Grund zur Freude.

«Früher gab es sechs Mal im Jahr einen 'Tatort'. Das war ein Highlight. Heute läuft zwei Mal am Tag ein 'Tatort', jeder zweite Schauspieler wird 'Tatort'-Kommissar. Da sind die ganzen Spitzen abgeschnitten», wettert der 68-Jährige, der 1981 erstmals als der bärbeißige Kommissar aufgetreten war.

Schließlich schimpft er auch noch auf die Wiedervereinigung. Er sehe sich seitdem ständig Depression und Neid ausgesetzt, zitiert «Bild». «Da sind so viele Schauspieler dazugekommen, die auch alle einen Job haben wollen. Das wird von den Produktionsfirmen und Sendern schamlos ausgenutzt. Motto: Der ist genauso berühmt und spielt den Bösewicht so gut wie der andere, nur billiger.»

Er ziehe sich zurück, weil ihm «die Situation in diesem Land über den Kopf wächst», so Georges Fazit. (nz)