03. Apr 2007 15:14
Knut hat mit seinem tollpatschigen Charme mittlerweile auch die USA erobert. Das Eisbärbaby ziert an der Seite von Leonardo DiCaprio das Cover der amerikanischen «Vanity Fair».
«Knut the cub» (Knut das Bärenjunge) oder auch «cute Knut» (süßer Knut) nennt die amerikanische Presse das Berliner Eisbärbaby Knut, für das nun sogar Star-Fotografin Annie Leibovitz über den Atlantik reiste, um zum Fototermin in den Berliner Zoo zu kommen. Das Ergebnis ist auf der jährlich erscheinenden «Green Issue» der amerikanischen «Vanity Fair» zu bewundern: Auf dem Titel sind zwei Jungs zu sehen, die per Fotomontage zusammengeführt wurden. Knut sitzt neben Leonardo DiCaprio auf einer Eisscholle, und es sieht fast so aus, als würde das kleine Wollknäuel den großen Hollywood-Star anhimmeln.
Während des Foto-Shootings in Berlin hatte Leibovitz ihre Mühe, den kleinen Eisbären dazu zu bewegen, auch mal stillzuhalten. «Knut macht, was er will», so die «Vanity Fair»-Hausfotografin. Der Eisbär gebärdete sich ziemlich schüchtern und flüchtete immer wieder aus dem Bild zu seinem Pfleger.Doch wurde Knut nicht nur wegen seiner schwarzen Knopfaugen und allgemeinen Anziehungskraft auf das Titelblatt des Magazins neben den bekennenden Umwelt- und Tierschützer DiCaprio gehoben. Was die «Neue Zürcher Zeitung am Sonntag» als April-Scherz gemeldet hatte, soll in den USA Wirklichkeit werden: Knut soll in den Staaten als Botschafter gegen den Klimawandel fungieren.
Denn die Bush-Administration tut sich schwer mit der Entscheidung, Eisbären auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Arten zu setzen. Da ist ein niedlich-fotogenes Eisbärbaby natürlich hilfreich. In ihrer Onlineausgabe formuliert die US-«Vanity Fair» das so: «Der mittlerweile dreieinhalb Monate alte Knut ist zu einem mächtigen (wenn nicht sogar kontroversen) Symbol für die Verluste durch die Erderwärmung geworden.» Die «Green Issue» des Magazins beschäftigt sich mit aktuellen Umweltfragen und erschien erstmals im Frühjahr 2006. (nz)